Berne-Camargue à vélo, Tag 12: Camargue-Rundfahrt, 55 km

Eigentlich ist mein Reisli mit dem Ankommen am Meer ja abgeschlossen. Aber weil sich meine Beine noch etwas weiter drehen wollen und die gemachten 975 km irgendwie keine vernünftige Zahl darstellen, schwinge ich mich nochmal ohne Gepäck aus Velo und mache ein Rundfährtli.

Von LGM weiter den Via Rhona Radweg (EuroVelo 17, der geht hier immer noch weiter…) nach Carnon, von da einen Abstecher hoch nach Lattes ins Carrefour und zurück, dann weiter nach Palavas und Villeneuve les Maguelonne. Da am offenen Strand baden (das Meer ist 29°(!), passt also) und pennen, und dann diretissima retour nach LGM.

Mit diesem kleinen Rundfährtli von 55 km sind es nun im Total 1030 km – und das passt doch schon viiiel besser ;-).

Berne-Camargue à vélo, Tag 11: Beaucaire – La Grande Motte, 82 km

Letzte Etappe, alles nur noch topeben durch die Camarque 🙂

Auch dieses Hotel in Beaucaire, Les Vignes Blanches **, lässt mich nicht vor Freude jubeln (die Wände sind wohl aus Papier…). Aber das Gärtchen ist schön 🙂
Ausgangs Beaucaire. Man beachte den Wegweiser im Hintergrund…
Le Grau du Roi: noch lumpige 67 km (OK, ich nehme eine etwas längere Route)
Le Petit Rhône

An und für sich nette Strasse… aber du musst schon aufpassen, wo du durchfährst 😉
Wäre es nicht noch etwas höher gegangen, Meister Storch?
Und da sind ja auch die Reisfelder 🙂
Kenn ich: Einfahrt nach Aigues Mortes 🙂

Et voilà

Und da ist ja schon das Meer (Le Grau du Roi)

Nach 10 Fahrtagen mit durchschnittlich über 36°C, 975 km, 2 gebrochenen Speichen und 2 Platten: Einfahrt in LGM 🙂

Berne-Camargue à vélo, Tag 10: Bourg-Saint-Andéol – Beaucaire, 103 km

Auch in diesem, na, überschaubar luxuriösen Hotel (Le clos des oliviers) hat es ein schönes Zmorge-Buffet 🙂

Der Tag beginnt spät und ich hocke um 09:30 Uhr vor dem Eingang des Giant-Veloladens in Pierrelatte. Die wechseln mir dann tip top meine 2. gebrochene Speiche und wuchten das Rad wieder aus. Um 10 Uhr kann ich dann richtig starten.

Aaah, die ersten duftenden Lavendelfelder 🙂

…und Sonnenblumenfelder hat’s auch ganz viele

Immer wieder: der Via Rhona Radweg direkt entlang der Rhône

38° im Schatten und der Schatten ist erst noch rar. Da mach ich Pause, wenn’s mal was hat
Tarascon

Und dann die voraussichtlich letzte Überquerung der Rhône. (Ich mache dann noch 2 in Arles – hin und zurück – aber nur, weil ich mich verfuhr…)

Die Hälfte der Rhône

Ankunft in Beaucaire 😛

Berne-Camargue à vélo, Tag 9: Valence – Bourg-Saint-Andéol, 90 km

Boahhhh. In diesem Novotel gibts ein richtig massives Frühstücksbuffet, selbst um 06:10 Uhr (ich bin auch der erste… 🙂
Und mein Velo hatte die Nacht ein eigenes klimatisiertes Zimmer 🙂
Weiter gehts in allgemeiner Richtung Montélimar
Mund zu! Hier hat es ein paar kleine Flug-Viecher…
Saint-Laurant-du-Pape

Baix
Baix
…und Baix
AKW Cruas

Rochemaure(?)
Eine eigene coole Velo-Hängebrücke über die Rhône 🙂

Viviers

Bourg-Saint-Andéol

Hier ist für heute Feierabend – schon wieder Speichenbruch. Morgen entweder die low-Risk-Variante 5 km nach Pierrelatte, oder weiter 16 km nach Pont-Saint-Esprit, was aber auf der Route wäre. Mal schauen – morgen 🙂

Berne-Camargue à vélo, Tag 8: Vienne – Valence, 98 km

An den Hängen Weinreben, im Flachen Obst und Gemüse

Wo die offizielle Beschilderung nicht ausreicht, gibts auch immer mal wieder schöne Eigenkreationen

Stundenlang durchs Aprikosen-Schlaraffenland
In Tournon-sur-Rhône läuft ein Pétanque-Tournier – auf 92 Plätzen/Bahnen 🙂

Berne-Camargue à vélo, Tag 7: Vienne

Samstag, 7. Tag, Zwangsruhetag.

Da der Veloshop erst um 10 Uhr öffnet (was normalerweise völlig ausreichend für mich wäre..), muss ich einen Zwischentag in Vienne einlegen. Denn, erst um 10:30 zu starten, würde bei diesen Hitzetagen wirklich keinen Sinn machen.

Also fasse ich um 10 Uhr einen neuen Schlauch, plus 2 Ersatzschläuche, plus 3 Druckluft-Kartouchen, plus – falks nochmal alle Stricke reissen – Flickzeug (cool, nur Flicken, die man einfach aufs Loch legt und dann selber vulkanisieren sollten).

Den Rest des Tages verbringe ich mit Vienne erkunden (20 km gibts dann auch) und ausruhen :-). Morgen will ich um 7 losradeln – mal schauen…

Überall Konzertli… 🙂

Berne-Camargue à vélo, Tag 6: Crémieu/Moirieu – Vienne, 95 km

Ist das gestrige Zmorge noch zu toppen? Ja es ist! Um 7 Uhr bei angenehmen Temparaturen, im Garten und bei alles selber Gemachtem: frisch gebackenes Brot, Crèpe, selber gemachtes Joghurt, Früchte, Kaffee, Öko-Orangenjus u.a.m. 🙂 🙂

Dieser Abschnitt der Via Rhona führt nun mehrheitlich über Feld- und Waldwege…
… bis hin zu teilweise nur noch schlecht befahrbaren Untergründen

So gefällts wieder besser! 🙂

Versuch im Fahren…
Et voilà: Lyon

Mittagspause in einen Park an der Rhone in Lyon

Nun ists leider fertig mit deluxe-Radwegen. Der Weg ist schlecht beschildert (schon seit 80 km) und wird immer abenteuerlicher. Da ich meine Pause in Lyon in den Nachmittag hängen liess, ist es zudem mittlerweile 38° im spärlich vorhandenen Schatten.

Gut 20 km nach Lyon ist es dann soweit: ich habe einen Platten und 5 Minuten nach dem Auswechseln des Schlauchs noch gerade einen zweiten. Grrr, jetzt wirds hart. Nach Vienne ins gebuchte Ibis-Hotel sind es noch 8 km. Schieben, nachpumpen, schieben, … Nach 3 Stunden und 10 Mal pumpen komme ich erschöpft im (klimatisierten) Hotelzimmer an.

Meine Monsterpumpe 😉

Berne-Camargue à vélo, Tag 5: Belley – Crémieu/Moirieu, 120 km

Der Tag startet ja schon mal sehr gut mit diesem Zmorge im Chambres d’Hôtes au Saint-Jean in Belley. SU-PER

Ja ja: Flüüüügel

Hitzestop nahe einem AKW. Vor ein paar Kilometern ist mir eine Speiche gebrochen und ich muss einen Umweg nach Crémieu machen, um dort einen Velomech aufzusuchen

Crémieu erreiche ich in der Nachmittagshitze auf dem Zahnfleisch und gönne mir im Bistro am Dorfeingang gleich einmal 1 1/2 Liter Getränke.

Der Velomech ist dann auch gerade da um die Ecke und 20 Minuten später hat mein Velo wieder alle Speichen :-).

Fürs Übernachten habe ich ein kleines Öko-Chambre d’Hôtes (Gästezimmer) im Nachbardorf Moireau gebucht.

Anfahrt nach Moireau, einem wirklich kleinen Nest 🙂

Berne-Camargue à vélo, Tag 2: Kandersteg – Montreux, 120km

Für meine Verhältnisse früh gestartet, 07:30, um in Wallis möglichst noch ein paar km machen zu können, bevor der berüchtigte Talwind (=Gegenwind) einsetzt. Also 7:41 auf den Zug nach Goppenstein und los.

Kandersteg

Ab Goppestein runter nach Gampel wollte ich eigentlich die alte Strasse nehmen, aber die war unmissverständlich gesperrt. Also montiere ich Vorder- und Rücklicht und fliege die gut 5km über die Hauptstrasse durch die div. Tunnels runter. Auch gut, hat ja noch keinen Verkehr.

Zmorge in Gampel

Ab Gampel dann alles der Rhone nach. Das läuft easy-peasy wie geplant und ich komme ohne Gegenwind gut voran.

Bis St. Maurice kein Wind, nachher sogar etwas von hinten und erst bei Aigle dann plötzlich starker Gegenwind. Zwischen St. Maurice und Aigle muss die Luft irgendwo zusammenknallen und nach oben schiessen…

Voilà: Montreux

Berne-Camargue à vélo, Tag 1: Rüfenacht – Kandersteg (63km)

11:15 Uhr, gepackt und abfahrbereit

Das erste Zwischenziel ist von Anfang an im Blick: der Niesen

Kurz vor Wimmis, der Niesen ist schon etwas näher
Voilà da bin ich: Talstation Niesenbahn
Ob Frutigen

Blick zurück aus dem Kandertal zum Niesen
Kander

Singapur

Sonntag, 10. Juni bis Mittwoch, 13. Juni

Nach dem 4½ stündigen, angenehmen Flug von Darwin landen wir um 18 Uhr herum in Singapur. Die Immigration braucht ziemlich Zeit, ist für uns aber problemlos. Sind dafür wohl bereits Donald und Kim verantwortlich, oder ist das immer so? Wir treffen es nämlich ausgerechnet zeitgleich mit dem Treffen dieser beiden speziellen Herren nach Singapur. Hoffentlich ist das nicht weiter spürbar (Sperrungen o.ä.).

[Nachtrag: ist es nicht. Obwohl wir z.B. am Montag wie auch Kim die Gardens by the Bay besuchen, merken wir gar nichts von diesem Gipfeltreffen, ausser dass man auf den vielen Bildschirmen die es überall hat, ab und zu eine der beiden Frisuren zu sehen bekommt.]

So fahren wir per Taxi zu unserem Hotel Jen im Orchard Gateway Komplex und verdauen da im Zimmer erstmal den ersten Zivilisationsschock. Viel krasser geht das Kontrastprogramm halt schon nicht: nach 6 Wochen Outback der Sprung nach Singapur… Vielleicht kommt uns die Schweiz anschliessend auch wieder etwas ländlich und gemütlich vor. 🙂

Unser in der Natur im ent-schleunigten Betriebsmodus geschmiedeter Plan für Singapur ist eigentlich ganz einfach: chillen, nicht in der Stadt herummrennen, langsam zurück in der Zivilisation ankommen. Aber eben – wenn wir nun mal schon hier sind… Wir lösen uns am Montag als erstes einen 3-Tages-Tourist Pass für 20 S$, mit welchem wir bis Mittwoch uneingeschränkt mit Metro (MRT, Mass Rapid Transit o.s.ä.) und Bussen herumfresen könnten. Man weiss ja nie, ob wir vielleicht doch irgendwo hin wollen. Und anschliessend: Ja wenn wir diesen Pass nun schonmal haben, können wir doch einmal zur Sultans Moschee und ins arabische Quartier fahren, die Marianna als sehenswert herausgefunden hat. Und los geht’s..

Zuerst gibt’s am Morgen immer einen vernünftigen Kaffee 🙂

Und dann geht’s per MRT los. Der junge Herr rechts hat unser Fotografieren wohl trotz aller Verschleierungsmassnahmen bemerkt…

Feinkost-Aushang im arabischen Quartier:

Als nächstes steuern wir per Bus das Marina Bay und die Gardens by the Bay an, welche mir auf versch. Karten auffielen und spannend aussehen. Das Marina Bay Sands Bauwerk ist wirklich eindrücklich, selbst von aussen und ohne im Infinity Pool gebadet zu haben (wozu man Hotelgast sein müsste).

Der anschliessende ausgedehnte Besuch der beiden „Gewächshäuser“, Flower Dome und Cloud Forest, ist ebenfalls spannend und schön, wird aber von uns beiden ähnlich empfunden. Bau und Aufmachung sind eindrücklich, aber die Pflanzen sind halt kein Vergleich mit dem in den letzten 6 Wochen erlebten.

            

Beim Eindunkeln sind wir immer noch in den Gardens by the Bay und so warten wir auch gerade noch die Licht- und Musik-Show bei der Supertree Grove ab. Diese ist dann zwar schön, vermag uns aber nur so halbwegs zu begeistern.

Essen und Trinken tun wir in Singapur immer in einem der rund 14’000 lizenzierten „Food Stalls“, welche es hier überall gibt. Die finden wir wirklich super. Eine Vielfalt zum Abwinken und lecker noch dazu. 😛 Wir fahren auch ein paar im Internet recherierte „Hawker Centres“ explizit an. So z.B. das Lau Pa Sat Food Centre und am Dienstagabend das Timbre+, wo es sogar noch Live Musik gibt (leider kurz vor 10 nur noch wenige Leute).

Am Dienstag wäre ich eigentlich gerne noch aufs OneAlltitude die Aussicht schauen gegangen, aber leider ist das Teil geschlossen (Kim und Donald, hat das mit euch zu tun..?). Also für einmal zu Fuss weiter via Boat Quai (wäh 😦 ) und Clarke Quai (hmm :-|) nach Chinatown (wäh 😦 ) und dann per MTR nach Little India. Letzteres empfinden wir noch als einigermassen authentisch und gefällt uns. Die 3 vorher angesteuerten Lokationen schienen uns deutlich zu fest heruntertouristisiert.

Aktuell ist Mittwochnachmittag und wir nehmen es tatsächlich nur noch gemütlich. Noch ein wenig im Orchard Gateway herumschlendern, etwas an den Pool auf dem Dach im 20. Stock gehen, zwischendurch an irgendeinem Food Stall was essen und dann am späteren Abend irgendwann unser Zimmer räumen und per MRT an den Flughafen. Unser Flug geht am Donnerstag um 01:25 Uhr, so dass wir nach 8 Uhr einmal zurück in der Heimat sein sollten.

Australienreise 2018, over and out. 🙂

Darwin

Freitag, 8. Juni bis Sonntag, 10. Juni

Darwin. Na ja. Darwin ist halt wirklich nicht soooo ausserordentlich. Aber schön sonnig und warm, sogar jetzt, mitten im Winter. 🙂 Obwohl Moment. Sonnig? Wir haben am Samstag ca. 3/8 Schönwetter-Bewölkung. Damit ist das von den vergangenen 6 Wochen unser Tag mit dem „schlechtesten“ Wetter. Fast immer sahen wir den ganzen Tag überhaupt kein Wölkchen (höchstens Rauch).

An diesem Wochenende findet im Bicentennial Park an der Esplanade gerade das „Greek Glenti“ Festival statt. Ein Treffen und Happening der griechischen Kultur von Australien, mit griechischen und mazedonischen Tänzen, Speisen und Getränken. Wir besuchen das Glenti am Samstagabend und „treffen“ beim Främseln unserer Apéro-Souvlakis sogar noch ein Opossum, welches jedoch ab dem Rummel in seinem Revier etwas verängstigt ist. Richtig Znacht essen wir Freitag und Samstag im „The Tap“ an der Mitchell Street und bestaunen dabei die vielen Leute und deren Outfits :-).

Ein kleines Australien-Feeling-Highlight erleben wir noch am Samstagnachmittag. Wir verbringen an diesem zuerst etwas Zeit am Lake Alexander am East Point. Dies, weil es rund um Darwin zwar etliche schöne Beaches gibt, diese aber in fester Hand von Krokodilen sind. Darwin Harbor wird laufend auf Krokodile überwacht. Und es werden im Schnitt 4 Krokis pro Woche ins offene Meer ausgeführt. Und hätte es keine Krokis, dann wären da noch saisonal die Stinger. Einzig Haie braucht man nicht zu fürchten, die werden von den Krokis verspiesen… 😉 Aber egal; wir sind am Lake Alexander, weil man da auch ungestört baden kann. Nur Ibisse und irgendwelche „bärtigen Gelbkopf-Gockels“ sind sonst noch da. Und sogar einige der farbigen Rainbow Lorekeets. Und als wir gegen Sonnenuntergang noch ganz an die Spitze der East Point Halbinsel rausfahren, treffen wir auf Wallabies, viele Wallabies. Ich informiere mich im Internet: es sind Agile Wallabies und auf East Point leben rund 200 dieser Hoppels. Etwa 80 davon sehen wir auf den verschiedenen Matten… 🙂

Ansonsten haben wir den Samstag insbesondere als Sandwich-Tag in Darwin vorgesehen, weil wir unseren Red Sands Camper noch etwas waschen und rausputzen müssen, bevor wir ihn am Sonntag wieder abgeben. Beim Abgeben diskutieren wir mit Wayne über dieses Putzen. Adam Sands, der Gründer und Chef von Redsands hält offenbar an dieser Cleaning Policy fest, weil dadurch generell mehr Sorge zu den Campern und dem Material getragen wird. In Anbetracht dessen, dass wir wirklich bestätigen können, dass unser Redsands Camper und die Ausstattung von deutlich höherer Qualität als bei allen Konkurrenten ist, sehen wir das sogar ein. Und die Washing Session unseres Heimetlis machte uns sogar Spass und setzte irgendwie einen Schlusspunkt. An dieser Stelle übrigens auch ein Merci an Christine Aellig von Camperworld in Lyss, welche uns Redsands Camper fast ein wenig aufgeschwatzt hat. Das hat sich wirklich bewährt und wir würden Redsands jederzeit weiterempfehlen. Die Qualität hat seinen Preis, ist es aber wert!

Am Sonntagvormittag geben wir unseren Camper nach 8’400 gefahrenen Kilometern bei Redsands ab (kurze Sache) und fliegen dann planmässig um 16 Uhr herum in Richtung Singapur ab. Byebye, Australien, es war herrlich.

Kakadu N.P.

Sonntag, 3. Juni bis Freitag, 8. Juni

Wir fahren direkt von Mataranka südlich via Kakadu Hwy in den Kakadu Nationalpark ein und steuern als erstes zu den Gunlom Falls bzw. dem Campground davor. Der Plan ist, hier zwei Nächte mit einem gemütlichen Sandwich-Tag dazwischen zu bleiben. Der Campground ist von Campern nur wenig bevölkert, dafür umso mehr von Vögeln. Besonders bei Tagesanbruch bekommen wir ein gewaltiges Konzert um die Ohren und da keine Krähen im Orchester sind, ist es wirklich schön. Zugegeben, Kakadus und Rosellas sind auch keine berühmten Sänger, aber so lange die nicht aufgeregt werden, halten sie sich im Hintergrund.

Ich hab’s per km-Zähler „gemessen“ – hier geht’s 16 km geradeaus (Stuart Hwy zwischen Mataranka-Katherine):

So starten wir den Sandwich-Tag wirklich ausgesprochen gemütlich, lauschen noch von unserem upper Class Bett aus dem Hauptteil des Konzerts und frühstücken erst, als der Campground schon fast leer ist. Nur 5 Camper sind ausser uns noch auf dem riesigen Gelände. 🙂

Kurz vor Mittag machen wir den viertelstündigen Aufstieg zu den upper Gunlom Pools oben am Wasserfall. Hier habe ich mir vor 9 Jahren beim Herumrutschen eine Rippe gestaucht, was dann sogar noch einen Arztbesuch in Cairns nach sich zog. Gefährlicher Ort… 😉 Heute passiert mir nichts, dafür hat es offenbar kurz vor unserer Ankunft jemand anderen schlimm erwischt. Ein paar Ranger beginnen gerade damit, den vorderen Teil der Pools und Felsen zu räumen, weil der Rettungs-Heli erwartet wird. Alle Besucher müssen weiter den Berg hoch aus der „Downdrift“ Zone. Ein grosser Ambulance Heli fliegt dann auch 3 Mal an und die verletzte Person (offenbar ein Beinbruch) wird per Winde am Langseil geborgen. In einer 40-minütigen Pause als der Heli weg ist und die Ärzte den Verunfallten versorgen, verlassen dann die allermeisten Leute die Upper Pools und steigen ab.

Der mittlere Pool vor, während und nach dem Heli-Anflug:

Heli-Rettung über den Gunlom Falls:

Nach gut 1½ Stunden rauscht der Heli schlussendlich ab und das ganze Gebiet wird wieder freigegeben. Also hopp, sofort ins Wasser, solange wir noch fast alleine sind. So sind wir nach 2 Minuten zu dritt im Wasser, nach 10 Minuten sind wir ein knappes Dutzend und nach einer Viertelstunde geht’s gegen die 30 zu (Unsägliche, auch hier…) und wir verziehen uns auf die Felsen.

Die Unsäglichen sind da…:

Dieser Montag ist ein besonderer Tag für uns. Wir bemerken das zwar erst jetzt, Mitte Nachmittag bei den Upper Pools der Gunlom Falls, aber trotzdem, er ist besonders! Heute ist unser 25. Hochzeitstag, wir feiern silberne Hochzeit 🙂 So alt können wir zwar noch gar nicht sein, aber sei’s drum. Da haben wir uns doch eine wunderbare Location für unser Jubiläum ausgesucht. 🙂

Dienstagvormittag und wir verlassen den Gunlom Campground. War wirklich schön hier. Und da wir ja wunderbar Zeit haben, biegen wir schon bald wieder vom Kakadu Hwy ab und nehmen den Turnoff zur Maguk (Barramundi Gorge). Dort gibts zwar nur einen kurzen, vielleicht halbstündigen Walk, aber der ist dafür sehr speziell. Ich habe ja schon öfters von „Regenwald“ geschrieben. Hier wird nun der Begriff „Monsun Forest“ verwendet, was treffender ist. Während der Monsun-Zeit (wet season) Regen, Luftfeuchtigkeit und Hitze ohne Ende und in der Trockenzeit (dry season) trocken und heiss. Aber egal, der Walk führt jedenfalls durch Monsun Forest mit vielen Palmen, Farnen und Wasserläufen. Teilweise ist der Weg noch etwas überflutet und es hat Gitter links und rechts… es leben Freshwater und Saltwater Krojodile hier. Wie fast immer auf all den Gorge-Walks der letzten Wochen ist auch hier zuhinterst ein See mit einem Wasserfall. Und wir dürfen sogar darin schwimmen, weil es hier keine Salties mehr haben soll. Das Wasser ist warm, die Fische neugierig und uns geht es hier wieder enorm gut. 🙂 Maguk gehört nicht zu den angepriesenen Hauptspots des Kakadu, ist aber unbedingt einen Besuch wert.

Von Maguk erfrischt und erfreut, ziehen wir weiter nach Cooinda, ziemlich zentral im Kakadu Nationalpark. Wir wollen uns hier für 3 Nächte einquartieren und die weiteren Kakadu-Stationen von hier aus besuchen. Die erste Nacht buchen wir wieder einmal eine Lodge, dann freuen wir uns aber, zurück in unser Heimetli auf eine schöne unpowered Site umzuziehen. Wer hätte das gedacht… An dieser Stelle: obwohl unser Camper auch an den Strom angeschlossen werden könnte und so Probleme mit der Zusatzbatterie vermieden werden könnten, bevorzugen wir ausnahmslos unpowered Sites. Diese sind einfach schöner, grosszügiger und wilder.

Die beiden vollen Tage im Kakadu besuchen wir von Cooinda aus mehr oder weniger alle geöffneten „Attraktionen“. Leider ist die Strasse zu den Jimjim Falls und dem Jimjim Billabong noch nicht offen, die hätten wir sonst auch noch einmal angesteuert. So führt uns am Mittwoch unsere Kakadu Rundfahrt zuerst zum Anbangbang Billabong, wo wir einen kurzen Walk machen. Der Billabong sieht super friedlich und schön aus, birgt aber offenbar seine Gefahren. Siehe nachfolgende Bilder…

Weiter geht’s nach Burrungkuy (Nourlangie). Hier machen wir einen „Loop Walk“ bis zum Gunwarrdewarrde Lookout. Der kurze Rundweg führt an verschiedenen uralten Rock Art Sites vorbei, wo historische Felsenmalereien von Aboriginals zu sehen sind. Gefährliches hat es hier nichts – solange man schaut, wo man hinlatscht. 😉

Letzter Halt unserer Tagesrundfahrt ist Gubara, wo es ebenfalls einen kurzen Walking Track gibt, welchen wir uns natürlich reinziehen.

Um 16 Uhr – wir müssen uns fast noch etwas beeilen – sind wir zurück in Cooinda und damit gerade noch rechtzeitig für unsere für 16:30 gebuchte Yellow Water (Ngurrungurrudjba) Boat Cruise. Diese ist wie schon vor 9 Jahren ein Highlight, vor allem für mich. Die Fluss-/Mangroven-/Sumpf-Landschaft an sich und dann natürlich all die Tiere, welche wir zu sehen und vom Bootsführer erläutert bekommen, sind phantastisch. Am eindrücklichsten sind natürlich die riesigen Salzwasserkrokodile, welche es hier en masse gibt. Sie (und auch die meisten Vögel) lassen sich von unserem Boot überhaupt nicht stören – das gehört seit Jahrzehnten einfach dazu und ist für sie ungefährlich. Schwer vorzustellen ist die Tatsache, dass der Wasserstand hier zur Regenzeit rund 4 Meter höher steht! Vieles, was wir heute an Bäumen und Graslandschaft sehen, ist dann schlicht unter Wasser. Unsere Bootstour dauert 2 Stunden und schliesst mit einem grandiosen Sonnenuntergang ab.

Obwohl wir unsere letzten Camper-Abende gerne noch camping-like selber gekocht und auf der Camp Site verbracht hätten, besuchen wir zum Znacht immer das Cooinda-Restaurant. Dies, weil auf dem Campground nach Sonnenuntergang die Mücken wirklich äusserst lästig werden. Eingenebelt mit Mückenspray pieksen sie einem zwar vielleicht nicht, aber sie schwirren einem in Mengen um den Kopf und landen sogar, nur um festzustellen, dass sie das Anti-Mücken-Parfüm überhaupt nicht mögen. …Und sie sind einfach lästig.

Donnerstag, unser 2. Kakadu-Tag, unsere 2. Sightseeing-Rundfahrt. Wir starten mit der halbstündigen Wanderung zum Mirray Lookout, für welchen es uns gestern nicht mehr gereicht hat. Weil es aber so dunstig und rauchig ist, sehen wir nicht allzuviel und bleiben deshalb auch nicht lange auf der kleinen Aussichtsplattform.

Die nächste Abzweigung vom Kakadu Hwy führt uns zu (zu, zum, zur, nach, in die… whatever) Burdulba. Auch hier gibt es einen kurzen „Nature Trail“. Und da wir alles berücksichtigen, was gewandert werden kann, machen wir den natürlich und haben Freude an den verschieden für uns exotischen Blumen und Bäumen, die wir sehen.

Selbstverständlich machen wir auch im Bowali Visitor Centre einen Stopp, wenn auch nur kurz, und fahren dann doch auch noch einmal nach Ubirr, was wir ursprünglich nicht mehr eingeplant hatten. Die verschiedenen Felsmalereien sind interessant, erneut begeistern tut uns aber die Aussicht vom Lookout. Die ist einfach gewaltig und eindrücklich. Gut, sind wir doch noch einmal gekommen…

Immer wieder muss ich auf die „Schleepftrucke“ Marianna warten und gehe irgendwo in meine Hybernate-Stellung…

(Marianna möchte an dieser Stelle präzisieren, dass sie nicht per se eine Schleepftrucke ist, sondern einfach eine Auge für all die vielen schönen Sachen hat, die es unterwegs zu bestaunen gibt und nur dadurch öfters etwas zurückfällt.)

Auf dem Rückweg nach Cooinda cruisen wir noch Stadtrundfahrt-mässig durch Jabiru, bevor wir nochmals pünktlich zum Sonnenuntergang die Yellow Water Stimmung aufsaugen.

Am Freitag verlassen wir schliesslich den Kakadu Nationalpark. Über den Arnhem Hwy nehmen wir Kurs auf unsere Zieldestination, Darwin. Bei einem kurzen Halt in (in, bei, an, am…?) Mamukala machen und geniessen wir noch eine letzte kleine Wanderung. Das dürfte dann wohl unsere letzte auf dieser Reise sein, wenn wir mal die voraussichtliche Latscherei in Singapur nicht als wandern zählen. Cool, wir treffen direkt neben dem Wanderpfad nochmals auf einen ca. 1.50 m grossen „Merten“. Er ist eine wirklich coole Socke und lässt sich von ziemlich nahe ablichten. Seine Haut ist ein richtiges Kunstwerk…

Zurück beim Auto stellen wir fest, dass nun vom Steinschlag in der Windschutzscheibe ein langer Sprung weg läuft. Ui, das wurde wohl durch die Temparaturdifferenz Sonne/Schatten ausgelöst. Weil der Sprung dann beim Fahren immer länger wird, machen wir keine weiteren Halte und ziehen den Rest der 300 km nach Darwin an einem Stück durch.

Katherine / Nitmiluk N.P. und Bitter Springs / Mataranka

Freitag, 1. Juni bis Sonntag, 3. Juni

Vom El Questro Camp düsen wir 640 km direkt nach Katherine in den Nitmiluk Nationalpark. Beim Überqueren des Pentecost Rivers direkt Ausgangs der Station trauen wir unseren Augen nicht. Da kommt doch tatsächlich ein Tanklaster mit Anhänger durch den Fluss geschnauft. Krasse Sache… Aber schon klar: die kleine Tankstelle und der Stromgenerator brauchen auch ihren Stoff.

Neu ist das letzte Stück Gibb River Road von der Abzweigung ELQ bis zum Victoria Highway bereits geteert. Das war vor 9 Jahren noch nicht, musste dann aber wohl sein, damit die Touristenmassen ohne Probleme nach El Questro kommen.

In Kununurra machen wir nur kurz einen Refill von Tank und Kühlschrank, in Katherine gar keinen Halt. So quartieren wir uns beim Einnachten direkt auf dem Nitmiluk Campground ein. Einnachten heisst hier nach 18 Uhr, denn wir sind nun nicht mehr in Western Australia sondern im Northern Territory. Und da werden die Uhren 1½ Stunden vor gestellt. Wir sind nun also CH + 7½ Std. Während dem Nachtessen hören wir es im nahen Gehölz immer wieder knacken und rascheln, wie wenn da jemand unterwegs wäre. Unsere Ausleucht-Versuche bringen aber nichts zum Vorschein. Am Morgen klärt sich die Sache dann auf. Nach dem Rascheln erscheint ein Känguru aus dem Gebüsch und hüpft zu uns auf den Campground, im Schlepptau ein kleiner Joey, der sich anstrengt, mit seiner Mutter mitzuhalten. Auf der Matte vor unserem Auto grasen sie dann gemütlich, bis es dem Joey zu anstrengend wird und er sich in den Beutel der Mutter zurückzieht und von dort weiter mampft. Später taucht auch noch ein Männchen auf und gesellt sich zu den beiden. Von uns Campern scheinen sie sich überhaupt nicht stören zu lassen…

Vor 9 Jahren machten wir hier eine 10 km Wanderung in die Butterfly Gorge und ich machte auf dem Rückweg mit einem Hungerast schlapp. Also legen wir diesmal noch einen drauf und hängen den Baruwei Loop Walk und je ein Stück des Waleka Walks und des Yambi Walks zusammen und kommen so auf gut 13 km. Die Wanderung wird toll, und weil ich diesmal mein Snickers schon vor dem Eintritt des Hungerasts vertilge, geht alles problemlos. Die Katherine Gorge ist sehenswert, keine Frage, aber bei allem, was wir bereits im Rucksack haben, nicht zuoberst einzuordnen.

Nein, diesmal bin ich fit! Auf diesem Bänkli machte ich letztes Mal schlapp…

Beim Beratschlagen auf dem letzten Streckenabschnitt entschliessen wir uns dann auch, heute direkt nach der Wanderung noch einmal das Auto anzuwerfen und einen kleinen Abstecher Richtung Süden nach Mataranka zu machen. Die 130 km lange Fahrt führt über den Stuart Highway, wir dürften also mit 130 km/h in der Abendsonne durch Regenwald und Buschlandschaft brettern. Das dünkt selbst mich etwas garstig schnell und die vielen platten Kängis auf der Strasse geben mir recht.

Mataranka! Mataranka what?? Diese kleine Siedlung mitten im nirgendwo hat eine Sehenswürdigkeit – die Bitter Springs im winzig kleinen Elsey Nationalpark. Heisse Quellen mitten im Regenwald. Wir qartieren auf dem Bitter Springs Cabins and Camping ein, einem privaten Campground ganz nahe an den Quellen. Der Campground ist einzigartig, jedenfalls die unpowered Sites. Diese sind als einzelne kleine Schneisen in den Regenwald angelegt, womit jede Partei ihr eigenes, kleines grünes Abteil bekommt. Schade, wird es hier in der Nacht komischerweise wieder ziemlich kalt, sonst wär’s noch gemütlicher.

Am Sonntagmorgen kurz den Abwasch vom Vortag erledigen und ab zu den Quellen. Wir sind gespannt… Alle anderen Besucher scheinen sie bereits zu kennen; sie schleppen „Noodles“ oder sogar Schwimmringe und Luftmatratzen mit sich. Der Zugangsweg führt schön angelegt durch den Regenwald und nach 5 Minuten tauchen auch schon die Quellen auf. Die sind noch schwer zu beschreiben: glasklares Wasser, rundherum und auch im Wasser eine üppig grüne Pflanzenwelt, in den Bäumen rundherum die verschiedensten exotischen Vögel und im Wasser auch Fische sowie Schildkröten (welche wir leider nicht sehen). Über einen schön angelegten Einstieg kommt man ins 33° warme Wasser. Da kann man sich dann etwa 200 m weit durch die leichte Strömung heruntertreiben lassen (darum all die Schwimmhilfen: fürs perfekte Chill-Erlebnis), bis man über einen der beiden Ausstiege das Wasser verlässt, wieder nach oben spaziert und den Spass von vorn beginnen lässt. Wir können sogar noch einmal unsere in Coral Bay gekaufte Schnorchelausrüstung einsetzen und sehen auch über Wasser beim Treibenlassen einen schönen Night Heron, der auf einem Ast direkt am Wasser hockt und das Treiben zu überwachen scheint sowie dann sogar noch einen King Fisher. Einziger Wermutstropfen: die vielen Leute. Unsere erste Runde ist noch okay, aber dann ab etwa Mittag nehmen die Leute massiv zu, wodurch auch das Wasser von seiner Klarheit verliert. Trotzdem wirklich empfehlenswert, diese Bitter Springs :-).

Ferdi’s everywhere

Ich habe einen Schwager, den Ferdi. Und Ferdi kann so ein paar Pfiffe, wie verschiedene Vögelchen.

Und es ist eben so: Ich bin überzeugt, Ferdi ist auch hier in Australien. Ja, er macht sogar alle unsere Wanderungen mit, hält sich jedoch immer im Hintergrund. Er beteuerte zwar per Whatsapp, er sei daheim in der Schweiz. Aber wir hören ihn pfeifen. Immer wieder und überall. Unglaublich, dieser Ferdi… 🙂

El Questro

Montag, 28. Mai bis Freitag, 1. Juni

Zum Abschluss unserer Gibb River Road-Etappe folgt wiederum die Pentecost River-Überquerung (easy peasy, 30 m breit, nur gut 30 cm tief) und dann der 16 km Abstecher zur El Questro Station. Und da es uns hier vor 9 Jahren so gut gefallen hat, planen wir von Anfang an 3 Nächte ein – und bleiben dann sogar 4. Diesmal jedoch auf dem Campground und nicht in einer Lodge, wie letztes Mal. Wir lieben mittlerweile unseren Camper… 🙂

Die Tage enden jetzt fürchterlich früh. So ist es über 30 Grad, die Sonne noch am Horizont und dann peng, ein paar Minuten nach 5 ist die Sonne weg und es wird dunkel. Oder im Moment zumindest dunkler… Denn wir haben fast Vollmond und zusammen mit der klaren Luft braucht man so selbst beim nächtlichen Gang zum WC-Häuschen keine Stirnlampe mehr :-). Apropos Stirnlampe. Wie erkennst du einen echten Camper? An der Stirnlampe ab 17 Uhr, egal ob draussen, oder in der (beleuchteten) Camp-Küche, dem (ebenfalls beleuchteten) WC, oder sogar im Restaurant (…). Sooo eingefleischte Camper sind wir glücklicherweise noch nicht.

Im El Questro Camp buchen wir eine unpowered Site und finden einen super Platz, einsam unter Bäumen und doch noch rel. nahe (gut 100 m) vom Wasch- und WC-Häuschen. Also kurz wie ein stolzer Kater unser Territorium markieren (jedoch mit Tisch und Stühlen) und wieder raus aus dem Camp, ein paar Kilometer zurück zur Amalia Gorge. Diese haben wir als erstes Ziel gewählt, weil wir sie noch nicht kennen und ihre Erwanderung nur gut 2 Stunden dauern sollte. Nun ja, sie entpuppt sich dann auch als (für uns) nicht der ultimative Brüller. Schön, klar, aber nach allem bereits Gesehenen nichts Spezielles. Und der Pool und Wasserfall zuhinterst ist erst noch viiiel zu kalt (19°)…

Nachfolgend noch ein Suchbild: wo ist das Tier?

Nach 2 Stunden geht’s zurück zur ELQ Station, wo wir gerade rechtzeitig zur Happy Hour und Live Musik mit einer Queenslander Sängerin eintreffen. Tiptop. Die Happy Hour strecken wir später mit einem selbst gebrutzelten Znacht zu einem Happy Evening. Alles ist gut… 🙂

Begrüsst und verabschiedet werden wir bei der Zu- und Wegfahrt von ELQ jeweils von Emil dem Esel:

Um den Dienstag komplett autofrei halten zu können, nehmen wir uns die Wanderung zu den Champagne Springs vor, welche direkt vom Camp aus gestartet werden kann. Zudem ist sie mit angegebenen 5-6 Stunden und Class 5 relativ lang und anstrengend, was auf wenige Leute hoffen lässt. Mit je 3 Liter Wasser im Gepäck marschieren wir direkt von unserem Camper los, sagen beim Vorbeigang Emil guten Tag und sind schon bald völlig alleine. Der Trail führt zuerst entlang des Pentecost Rivers durch üppige Vegetation und wird später immer felsiger und zerklüftet. Nach gut 2 Stunden treffen wir bei den unteren Pools der Champagne Springs ein und treffen dort auch zum ersten Mal auf Leute, ein älteres Ehepaar. Etwas überrascht durch uns schickt der Herr sich sofort an, eine Badehose anzuziehen… Man ist halt wirklich für sich, hier :-). Ausser diesem Ehepaar treffen wir auf der ganzen Tour keine Menschenseele. Die Champagne Springs haben ihren Namen daher, weil in ein paar der vielen einzelnen Pools warmes Wasser und Luftblasen hochblubbern. Diese Pools sind zwar glasklar, jedoch auch ziemlich voller Grünzeugs, so dass sie nicht zum Baden einladen. Aber alle anderen Pools, die sind voll badetauglich und wir geniessen sie! 🙂 Als wir später nach über 6 Stunden erschöpft aber happy ins ELQ Restaurant einkehren resümieren wir: Champagne Springs: super Sache, unbedingt zu empfehlen, wenn man einigermassen gut zu Fuss ist.

Für den Mittwoch haben wir zuerst einmal die Zebedee Springs vorgesehen, die es uns letztes Mal so angetan haben. Zudem muss man diese am Vormittag besuchen, da sie ab Mittag nur noch für die Unsäglichen offen sind. Am Nachmittag geht’s dann wohl in die El Questro Gorge – mal schauen… Wir fahren also die Viertelstunde zu den Zebedee Springs und suhlen uns dann da über eine Stunde in den verschiedenen warmen Pools. Es ist immer noch grandios. Inmitten von Palmen und Farnen glasklare Felsenpools und das Wasser zwischen 32 und 34° warm, je nachdem, wie weit oben beim Austritt des Wassers aus dem Gestein man ist. Der oberste, wärmste Pool ist natürlich mein Favorit :-).

Auf dem Rückweg zum Auto kommt uns dann bereits eine erste Gruppe Unsäglicher entgegen. Und das, obwohl es noch kurz vor Mittag ist und die noch gar nicht dürften, diese Kerle. Beim Hinfahren haben wir bemerkt, dass die Zweitbatterie im Auto durch den Tag Bewegungslosigkeit ziemlich in die Knie geraten ist. Laut Red Sands Handbuch sollte sie möglichst nicht unter einen Ladestand von 75% fallen, unsere hatte am Morgen noch knapp 60%… Also disponieren wir um und fahren weiter zur Emma Gorge, womit wir das Auto immerhin etwa 70 km bewegen.

In der Emma Gorge waren wir noch nie, dabei ist sie doch neben der El Questro Gorge die Hauptattraktion der ELQ Umgebung. Wir stellen als erstes fest, dass beim Eingang zur Schlucht ein ganzes Resort steht. Restaurant, Lodges, Campground, Shop, Airstrip – das volle Programm. Unsere zweite Feststellung ist damit naheliegend: hier hat es viele, ganz viele Leute. Natürlich steht auch schon ein Unsäglichen-Bus auf dem Parkplatz und wir treffen es, genau mit dieser Gruppe zuhinterst in der Schlucht anzukommen. Mit Ruhe und Einsamkeit ist somit nix, aber der Wasserfall und kleine See sind trotzdem sehr schön, wenn auch das Wasser nach meinem Geschmack etwas wärmer sein dürfte. Zum Glück hat es in einem Winklel des Seeleins, hinter ein paar Felsen, zwei kleine Mini-Pools, welche direkt von einer warmen Quelle gespiesen werden. Da kann man sich kurz aufwärmen, bevor man jemand anderem Platz machen muss. Später genehmigen wir uns in der Emma Bar noch einen Drink, bevor wir uns auf den Rückweg ins Camp machen.

In Anbetracht des immer noch nicht überzeugenden Batteriestandes, hängen wir beim ELQ Camp direkt noch eine kleine Ausfahrt an, einen 4WD-Track zum „Branco-Lookout“. Und der Branco, der bringt echten 4WD-Fun. Fluss-Durchquerung über Wassermelonen-grosse Steine und Geröll, tiefe Sandrinnen und zuletzt ziemlich beängstigende Steigungen über Fels und Sand. Wir erreichen den Lookout unmittelbar nach Sonnenuntergang. Branco ist oberhalb einer Schlaufe des Chamberlain Rivers gelegen, in etwa so, wie wenn man vom Rosengarten auf die Aare-Schlaufe um Bern schaut – nur viel grösser und weiter. Auch ELQ Station ist inmitten des grünen Regenwaldes zu erkennen. Wir bleiben nur kurz, denn unser Nachtessen im ELQ Steakhouse wartet um halb sieben. Also zurück über den Track bei völliger Dunkelheit. Spannend 😉

Auf dem Camp wartet noch eine kleine Anfänger-Lektion auf uns: Du darfst eine Melone nicht draussen auf den Campingtisch legen, um sie noch etwas ausreifen zu lassen. Also dürfen tust du schon, du hast aber dann nichts mehr von der Melone…

Unser ursprüngliche Plan sah vor, am Donnerstag unser Lager in El Questro abzubrechen, anschliessend noch kurz die vierstündige El Questro Gorge Wanderung zu machen und dann in Richtung Kununurra weiterzuziehen. Das erscheint uns dann beim Zmorge-Müesli irgendwie fast etwas stressig – und damit unbedingt zu vermeiden. So bleibt es bei der El Questro Gorge, aber mit anschliessender Rückkehr ins ELQ Camp.
Die für die ganze Station namensgebende ELQ Gorge ist zusammen mit der Emma Gorge das Prunkstück der Region. Die Schlucht wird am Eingang von einem Heer von grossen, hohen Livingstone Palmen bewacht. Diese Palmen sowie verschiedenste Farne, Bäume und Gräser begleiten einem dann auch bis ganz zuhinterst in die Schlucht. Dorthin kommt man aber nur, wenn man bereit ist, min. 1½ Stunden zu wandern, klettern und (fast) schwimmen. Auf halbem Weg nach hinten ist ein grösserer Pool, welcher mit dem Gepäck über Kopf etwa brusttief (mit meiner Grösse) durchwatet und dann per Kletterpartie verlassen werden muss. Anschliessend folgen weitere Kletterstellen, die nicht ohne sind. Für 95% aller Besucher ist das zuviel der Mühe, wodurch man hinten bei Pool und Wasserfall üblicherweise fast alleine ist… wäre da nicht wieder die Unsäglichen-Adventure-Gruppe aus der Emma Gorge, welche das gleiche Programm wie wir zu haben scheint. Glücklicherweise sind sie aber gerade im Aufbruch zurück begriffen und auch das junge Schweizer Paar macht sich kurzum aus dem Staub, womit wir die Gorge für uns haben. Es ist herrlich, hier.

Die nahegelegene Moonshine Gorge besuchen wir auf der Rückfahrt zum Camp auch noch kurz, jedoch ohne eine Wanderung zu machen. Dafür verpassen wir wieder einmal im ersten Anlauf die Abzweigung dazu, so dass ich im Total 4 Mal in den Genuss der Durchquerung des El Questro Rivers komme. Diese Querung ist nicht die längste, aber die tiefste unserer ganzen Reise. Aktuell kommt einem das Wasser bis etwas über die untere Türkante, also etwa 60 cm tief. 🙂

Wie jeden Nami beim Heimkehren auf die El Questro Station, sehen wir auf der Wiese direkt bei der Station ein oder mehrere Kängurus. Spannend ist, dass sich diese von den vorbeifahrenden Autos überhaupt nicht stören lassen. Hält man aber an oder steigt gar aus, nehmen sie Reissaus, das mögen sie gar nicht.

Am Abend gibts im Restaurant feine Pizzas vom Outdoor-Ofen. Das rundet den Tag und unseren ganzen ELQ-Aufenthalt gebührend ab.

Home Valley Station

Freitag, 26. Mai bis Montag, 28. Mai

Am Freitag cruisen wir in unserer Staubwolke eigentlich auf der Gibb River Road gen Osten mit Ziel El Questro. Da mir Marianna aber auf Höhe Home Valley Station („HV8“, warum auch immer die „8“) den weltbesten „Flat White“ verspricht, setzen wir da den nördlichen Blinker und halten raus. Tatsächlich, feiner Flat White… 😛 Und weil es hier gerade so angenehm ist und sogar einen Badepool hat, buchen wir uns spontan für eine Nacht einen Platz auf dem Campground. Es ist anders, hier, aber trotzdem schön. Der Campground ist halt angelegt, auf einer schönen grünen Wiese, und es ist verhältnismässig eng. Auch läuft die ganze Nacht irgendwo ein Diesel-Generator, der die ganze Station mit Strom versorgt und uns zurück aus dem Busch in die Zivilisation holt. Aber die Zivilisation hat auch angenehme Seiten. Zum Beispiel ein lecker zubereiteter Baramundi in der Dusty Bar zum Znacht und dazu Live Musik.

Am Samstagmorgen entscheiden wir uns dann sogar, noch eine weitere Nacht auf dem Campground (sowie ein Dinner in der Dusty Bar) zu buchen.
Über die Mittagshitze (es herrschen 38°) machen wir eine dreistündige Wanderung durch die Prärie. Wir hängen dazu den „Wildflower Valley Circuit Trail“ und den „Bindoola Gorge Lookout Trail“ zusammen und sehen unterwegs tatsächlich die verschiedensten Blumen und Blüten. Nach den 3 Stunden zurück auf der Station kommt der Pool anschliessend nicht ungelegen.

Am Montagmorgen beim Fassen eines letzten Flat White to go, sehen wir dann noch, dass die Home Valley Station offenbar genau bei unserer letztmaligen Durchfahrt vor 9 Jahren, am 1. Mai 2009 eröffnet wurde.

Mitchell Plateau und -Falls

Dienstag, 22. Mai bis Samstag, 26. Mai

Beim Verlassen der Manning Gorge tanken wir beim Mount Barnett Roadhouse nochmal voll, genehmigen uns einen 5 Dollar-Schluck Internet und schon sind wir wieder auf der Gibb River Hauptroute. Bis zur Abzweigung Richtung Mitchell Plateau, unserem nächsten Ziel, sind es 110 Kilometer. Dazwischen hat es 3 weitere Abzweigungen zu irgendwelchen Gorges oder Stations, von welchen wir die erste nach 30 km zur Barnett River Gorge für einen Zwischenhalt nehmen wollen. Nach etwa 40 km stellen wir dann aber ernüchtert fest, dass wir sie wohl tatsächlich verpasst haben. Ist halt schon wahnsinnig schwierig, bei so viel Abzweigungen und Strassengewirr… Zwei Blindelis auf Reisen :-). Die Abzweigung nach Kalumburu und dem Mitchell Plateau erwischen wir dank allerhöchster Konzentration auf Anhieb. Noch 60 km auf bereits etwas rauherer Piste und wir biegen auf die Drysdale River Station ein. Ursprünglich war das nur eine „kleine“ Rinderfarm mit einer Fläche von 4’000 qkm. Heute gibt es während der Trockensaison noch das Homestead Camp, einen riesigen Campground mit schönen sanitären Anlagen, Lodges, einem Restaurant, einer Tankstelle und einem kleinen Shop. Wir platzieren unsere Kiste unter einem schönen grossen Baum ganz weit hinten auf dem Camp und haben so unseren nächsten Nachbarn in etwa 70 m Distanz. So ist es recht… 🙂 (Später am Tag erfrecht sich zwar dann noch so ein Kerl, seine Karre in halber Distanz, also quasi unter unserem Vordach, zu platzieren.)

Am Nachmittag fahren wir zum „Miners Pool“. Der gehört zur Station und ist ganz in der Nähe. Das Australische „Pool“ scheint aber auch hier wieder einfach für „ein Gewässer in dem man baden kann“ zu stehen, denn eigentlich handelt es sich beim Miners Pool schlicht um eine Stelle am Drysdale River, wo man sein und baden kann. Hier ist auch noch einmal ein riesiger Busch Campground, der ebenfalls von der Drysdale River Station betrieben wird. „Busch“ Campground deshalb, weil es hier keine sanitären Anlagen gibt. Offenbar wollen auch alle anderen Camper etwas Komfort, denn der Platz ist leer – keine Menschenseele. Wir baden und faulenzen etwas herum und geniessen die Ruhe und Einsamkeit. Neben etlichen Vögeln erspäht Marianna sogar noch ein weghüpfendes Kängi.

Fürs Dinner nutzen wir das Restaurant für ein gemütliches Znacht ohne selber Kochen und planen dabei die Weiterfahrt zu den Mitchell Falls. Der anschliessende Verdauungsspaziergang ergibt sich automatisch, indem wir nur zu unserem Camper in der hintersten Ecke des Campgrounds zurück wandern… Dafür haben wir’s da dann bis auf das Zirpen der Grillen richtig schön ruhig zum Schlafen… bis kurz vor Sonnenaufgang. Ja haben wir uns denn in einer Volière einquartiert oder wie oder was..? Rund um uns zwitschert, pfeift, singt und… krächzt es, was das Zeug hält. Henne schön. Einmal probieren sogar zwei der weniger begnadeten Sänger zweistimmig im Chor zu krächzen und es tönt beinahe gut.

Die Prognose für die Fahrt von der Drysdale River Station zu den Mitchell Falls stellt gut 5 Stunden Fahrzeit in Aussicht, je nach Zustand der Strasse. Wir kommen aber sehr gut durch und brauchen bis zur Abzweigung von der Kulumburu Road 2 und dann noch 1¾ Std. Die Piste ist mehrheitlich äusserst holprig und rauh, aber unsere Macchina meistert alles bestens. Und wir treffen unterwegs sogar wieder einen Dingo. Hat es da wohl mehr, als vor 9 Jahren…?

Je weiter nördlich wir kommen, desto mehr ändert sich die Umgebung in einen tropischen Regenwald. Keine Ahnung, ob man das auch „Dschungel“ nennen kann, da die Bäume weder sehr hoch, noch sehr dicht sind. Aber jedenfalls ist es Regenwald und wir holpern über 100 km durch Palmen, durchsetzt mit verschiedenen anderen Bäumen, hohem Gras und Farnen. Auch hier wird gebietsweise abgebrannt. Einmal durchfahren wir unmittelbar eine aktive Brandzone. Das Feuer lodert direkt neben der Strasse vor sich hin und frisst sich vorwärts. Das Gras und kleine Büsche und Farne werden ratzeputz abgebrannt, der Boden ist dann schwarz verkohlt, die Palmen und anderen Bäume überleben die Brände jedoch und bekommen einzig schwarze Stämme verpasst. Sieht dann nicht sooo schön aus, aber wenn’s sein muss…

Der Campground im Mitchell Falls National Park ist sehr gut gefüllt. Das haben wir nicht erwartet, so abgelegen und schwer zugänglich, wie er ist. Aber selbst hierhin kommen diese unsäglichen geländetauglichen Reisebusse, welche wir auch bereits an allen anderen Orten angetroffen haben. Es sind dies organisierte Gruppenreisen mit allem Drum und Dran. Die machen einem das ganze Gibb River-Outback-Erlebnis schon etwas kaputt oder schmälern es zumindest. Wir nennen diese Gruppen fortan nur noch „die Unsäglichen“, das passt! Dafür hat es hier keine Britz- und Apollo-Camper mehr – die dürfen laut deren Mietbedingungen hier nicht hin :-).

Zur Erholung von der anstrengenden Rüttelfahrt machen wir am Nachmittag noch einen Badeausflug zu den nahegelegenen Little Mertens Falls. Das sind zwar wirklich nur kleine Wasserfälle, aber super schön mitten im Regenwald eingebettet und man kann oben und unten an den Fällen baden.

Nachdem wir uns am frühen Abend erneut Scotch Fillets zum Nachtessen gebrutzelt haben, stellen wir fest, dass es hier auf dem abgelegenen Mitchell Falls Campground sogar noch etwas krassere zu-Bett-geh-Gepflogenheiten zu geben scheint. Als wir um ca. halb acht (19:30!) um uns schauen, nehmen wir zur Kenntnis, dass wir die einzigen sind, die zu so später Stunde noch auf sind… 🙂

Donnerstag ist wieder ein Sandwich-Tag für uns, supi. Kein Fahren, alles eingerichtet lassen. Wir haben heute die Wanderung zu den Mitchell Falls vor. Der Infoflyer sagt uns: Je 2½ Std hin und zurück, Class 5, min. 4 Liter Wasser pro Person mitnehmen, nur für körperlich fitte Leute. Ui, tönt ja anspruchsvoll. Wird aber wohl einmal mehr nicht halb so wild sein. Trotzdem nehmen wir einmal je 3 Liter Wasser in unsere Ruckis und sogar auch eine kleine Zwischenverpflegung. Daneben das Badezeug, wie immer :-).

Die Wanderung führt gleich zu Beginn durch einen Bach, dann vorbei an den Little Merten Falls mehrheitlich durch den Regenwald bis zum ersten Teaser für die Mitchell Falls, den Big Merten Falls. Wir machen bereits einmal einen ausgedehnten Staun- und Foto-Halt.

Tarnung ist das halbe Leben:

Nach einer weiteren halben Stunde erreichen wir sie, die für den Nationalpark namensgebenden Mitchell Falls. Und die sind die mühevolle Anreise und Wanderung wirklich wert. Sie erstrecken sich über 4 Etagen, sind alles in allem 80 Meter hoch und führen auch ziemlich viel Wasser. Phantastisch! Der letzte Teil des Trails führt geradewegs durch den Mitchell River und endet schlussendlich auf einem kleinen Felsen in den Klippen, mit bester Sicht auf die Fälle. Ich knipse was das Zeug hält und sauge diese grandiose Kulisse in mich auf.

Am See oberhalb der Fälle machen wir dann wie immer eine längere Badepause, bevor wir den Rückweg angehen. Es sind übrigens etwa 1½ Std, die man für einen Weg braucht. Und mit 2-3 Liter Wasser pro Person kommt man gut durch. Da es heute über 30° warm war und wir beim Wandern tatsächlich richtig ins Schwitzen kamen, ziehen wir auch noch ein 2. Mal den Badeabstecher unter- und oberhalb der Little Mertens Falls rein.

Zurück im Camp brutzeln wir uns eine super feine gemischte Pfanne, geniessen sie gemütlich – und sind um 20 Uhr prompt wieder die aller-aller-allerletzten, die noch nicht am Schnarchen sind. Die spinnen, die Australien-Camper…

Tag 3 bei den Mitchell Falls, heute holpern wir zurück zur Drysdale River Station. Aber nicht sofort. Zuerst machen wir nämlich noch einen 48 minütigen Heli-Rundflug zur Küste und nochmal den Fällen. Den haben wir uns direkt bei der Ankunft hier gebucht. Es ist so, dass es hier draussen im Nirgendwo (wir sind rund 500 Schotterpisten-Kilometer von der nächsten „richtigen“ Ortschaft, Kununurra, entfernt) eine Heli-Basis mit 4 Helis hat. Diese 4 Dinger fliegen mehr oder weniger den ganzen Tag von und zu den Mitchell Falls und nerven eigentlich, ist die Basis doch unmittelbar neben dem Campground (ca. 100 m Luftlinie von unserem Camper). Man kann sich per Heli zu den Mitchell Falls fliegen lassen und zurück wandern, runter wandern und sich vom Heli zurück fliegen lassen, einen 18 minütigen Mitchell Falls Rundflug machen, oder eben den grossen „Coastal“ Rundflug, welchen wir gebucht haben. Und so nervig die Dinger am Boden auch sind, der Rundflug ist phantastisch. Wir haben das Glück, dass unser Heli nur mit 3 Passagieren gefüllt wird und so sitzen Marianna und ich in der hinteren Sitzreihe nur zu zweit je am „Fenster“. Fenster deshalb in Anführungszeichen, weil es gar keine hat. Die hinteren Türen der Helis sind nämlich komplett ausgehängt und entfernt, so dass man ungehinderte Aussicht hat. Man kann sogar lässig einen Fuss auf das Trittbrett draussen stellen, nimmt den jedoch schnell wieder rein, weil es einem das Hosenbein zu zerrupfen droht. Egal, der Flug ist grandios, wir sehen neben Landschaft, Küste, Meer und Schluchten sogar ein paar der riesigen Salzwasser-Krokodile im türkisfarbenen Meer. Die 48 Minuten vergehen wie im Flug… 😉

Zurück im Camp nehmen wir noch ein richtiges Zmorge, dann brechen wir auf, zurück über die 190 km 4WD-Track zur Drysdale River Station, wo wir erneut eine Nacht in der Volière verbringen. Schon wieder treffen wir unterwegs 2 Dingos.