Kuranda, Skyrail und Scenic Railway

Montag, 25.5.2009

Auf dem Weg zurück von Port Douglas nach Cairns machen wir noch eine Art Rundfahrt nach Kuranda, einem kleinen Ort mitten im Regenwald. Kuranda wäre eigentlich auch direkt per Auto erreichbar, wir benutzen jedoch für die Hinfahrt unserer Rundreise die “Skyrail” und für die Rückfahrt den “Scenic Railway”. Unter Letzterem kann man sich ja etwas vorstellen, schwieriger ist’s zu erraten, was eine “Skyrail” ist. Nun, bei uns würden wir dazu “Gondelbahn” sagen… Warum wir allerdings gestern im Tourist Office für diese Gondelbahn eine genaue Abfahrtszeit aufs Auge gedrückt bekamen, verschliesst sich unseren simplen Gemütern. Was soll’s, so kommen wir immerhin wieder einmal zeitig aus den Federn…
Der eigentliche Witz an der Skyrail ist, dass man über den Bäumen schwebt und so super Eindrücke vom tropischen Regenwald bekommt. Unterwegs hat es zwei Zwischenstationen mit je einem kurzen “Waldlehrpfad” durch den Dschungel. Dort lernen wir zum Beispiel zum dritten Mal auf unserer Reise von den unterschiedlichen Etagen in so einem Regenwald – oder vom “fight for light” – oder von den verschiedenen Schmarotzer-Gewächsen… Die geneigte Leserin bemerkt sicher schon: viel Neues gibt es auf diesen Rundwegen nicht. Einmal mehr ist es trotzdem eindrücklich.

  

Auf den “Waldlehrpfaden” hat es sogar Bänklis. Die sind hoch korrekt für zwei Personen konstruiert. Nicht mehr, nicht weniger! So wagen wir uns auch nicht, inkorrekt darauf zu sitzen.
Kuranda selbst ist der Touristenort. Eigentlich besteht das Zentrum von Kuranda fast nur aus Restaurants, Shops, Märkten und zoologischen Gärten. Wir haben aber auch keine unberührte, einsame Dschungelstadt erwartet und sind so absolut positiv darauf eingestellt. Und schlussendlich kommen wir ja wohl auch schlecht drum herum, uns zu genau diesen Touristen zu zählen, welche Kuranda adressiert… So spazieren wir kreuz und quer durch den Ort, besuchen die verschiedenen Märkte und kurbeln auch etwas die lokale Wirtschaft an. Auf einer von Kuranda aus erreichbaren Rundwanderung durch den Dschungel lernen wir zudem etwas über die unterschiedlichen Etagen in so einem Regenwald, “the fight for light” und… 🙂

      

Unser planmässiges Highlight in Kuranda ist das Butterfly Sanctuary – eine Art Schmeetterlings-Zoo à la Papilliorama in Kerzers. In diesem sind alle hiesigen Schmetterlinge zu sehen und zu bestaunen. Wir freuen uns insbesondere darauf, endlich einmal den grossen blauen Ulysses aus der Nähe zu Gesicht zu bekommen. Über diesen grossen Schmetterling haben wir bereits zu Hause in unserem Reiseführer gelesen und wir sahen ihn in der Mossman Gorge auch schon mehrmals aus einiger Distanz. Nur eben nicht von nah und schon gar nicht so, dass wir ihn hätten fotografieren können.

Hier im Sanctuary hat es eine ganze Menge der blauen Schönlinge und das ist toll. Nur… fotografieren lassen wollen sie sich auch hier nicht. Das Perfide an den Kerlen ist, dass sie eben nur auf ihrer Oberseite so leuchtend blau sind. Unten sind sie schwarz. Auch wenn sie einem in nächster Nähe über den Kopf flattern, nützt einem das fototechnisch gar nichts, denn das schöne Blau sieht man nur zwischendurch kurz aufblitzen. Dazu kommt, dass diese Flattermänner wohl zu viel Kaffee saufen. Denn anders, als all ihre Kollegen, lassen sich die Ulysses nie einmal für eine kleine Pause auf einem Blatt nieder und lassen ihre Flügel gemütlich heruntergeklappt. Nein, entweder sie flattern nervös umher, oder sitzen ab und klappen die Flügel zusammen. Grrrrr… Marianna und ich versuchen es mit den unterschiedlichsten Strategien, einen in voller Pracht vor die Linse zu bekommen – Fehlanzeige. Das beste Ergebnis der wohl über 50 Fotoversuche ist nachfolgend in der oberen Fotoreihe ganz rechts. Da sass einer für eine Mikrosekunde auf Marianna’s rotem Rucksack (er liebt rot; das war unsere Strategie Nr. 1), bevor er sich wieder aus dem Staub macht.
Nun sind in meinem Bericht aber alle anderen Schmetterlinge etwas zu kurz gekommen. Und die müssen sich ja wirklich auch nicht verstecken – siehe Bilder. Zudem sind sie etwas ruhiger als der nervöse Ulysses und damit viiiel fotogener. Marianna und ich sind begeistert.

Schlussendlich sind wir um die anderthalb Stunden im eigentlich kleinen Butterfly Sanctuary und müssen uns fast noch sputen, um unsere Rückfahrt im Scenic Train nicht zu verpassen. Die Fahrt in diesem Oldtimer-Zug führt uns erneut durch tropischen Regenwald (habe ich schon erwähnt, dass es in diesem mehrere Etagen gibt…?), durch Schluchten und vorbei an malerischen Wasserfällen. Besonders der Ausblick auf die Ebene, Cairns und das Meer gegen Ende der Fahrt ist grossartig.

 

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