Mission Beach und Dunk Island

Donnerstag, 28.5. bis Freitag, 29.5.2009

Nachdem ich Marianna am frühen Nachmittag endlich überzeugen kann, dass es noch andere schöne Orte zum Baden als die Lagoon gibt, verlassen wir ein wenig traurig Cairns in Richtung Süden. Die Fahrt führt uns fast non-stop durch Bananen- und Zuckerrohrfelder.

Zwischenstation machen wir bereits 50 km südlich von Cairns in Babinda. Dieser unauffällige Ort hat seine eigene kleine Attraktion in den Touristikkarten und Reiseführern eingetragen bekommen, die Babinda Boulders. Im Wesentlichen besteht die Attraktion aus einem Flüsschen, welches sich oberhalb des Ortes durch grosse Granitsteinformationen zwängt, was zusammen mit dem grünen Urwald darum herum ein äusserst malerisches Bild abgibt. Für alle, welche auch schon einmal in den diversen Tälern des Tessins waren, ist das jetzt nicht sooooo einzigartig. Aber schön ist’s allemal und so machen wir selbstverständlich auch den kurzen Walk zu den verschiedenen Lookouts.

    

   

Unser Tagesziel, Mission Beach, erreichen wir erst nach den Eindunkeln. Die ganze Region scheint ein einziges, grosses Paradies für Cassowaries zu sein. Alle paar Kilometer hat es am Strassenrand Schilder, welche zu Vorsicht mahnen, damit die eigentlich seltenen Vögel nicht umgekarrt werden. Bei einem besonders speziell eindringlichen Schild machen wir Halt und Marianna läuft ein paar Schritte, um das Schild zu fotografieren. Da können wir (vermuten wir) die Tierchen zumindest schon einmal riechen: es stinkt fürchterlich und für unser Empfinden irgendwie tierisch.
Doch um es vorweg zu nehmen: sehen werden wir während unserem ganzen Aufenthalt in und um Mission Beach kein einziges dieser grossen Vogelviecher. Nur überall die Warnschilder…

Im Ort Mission Beach starten wir unsere Suche nach dem Hotel Horizon, welches uns in einer Reise-Illustrierten so gefallen hat und in South Mission Beach sein soll. Dummerweise suchen wir zuerst im Süden von Mission Beach selbst, anstatt in South Mission Beach, einem eigenständigen Ort einige Kilometer weiter. Im richtigen Ort angekommen umkreisen wir auch diesen erst einmal ohne Erfolg und fragen in einem Shop nach dem Weg (also Marianna fragt; ich als Mann hätte das Hotel sicher auch sonst gefunden – irgendwann…). So, mit der genauen Wegbeschreibung sollte es nun klappen. Denkste. Wir verfransen uns erneut in dunklen Strässchen mit Cassowary-Warnschildern am Rand. Grrrrr. Schlussendlich fahren wir halt einmal zu einem Hotel mit Namen Elandra, welches laut Wegbeschreibung ganz in der Nähe unseres Hotels Horizon sein müsste. Die letzten Meter führen durch dichten Dschungel und auch die Hotelanlage selbst ist vollständig im Grünen. An der Reception findet unsere Suche ein Ende: Hotel Horizon wurde letzten Juni komplett renoviert und in Elandra umbenennt. Ahaaaaaaa. Das hätte das Girl im Shop auch erwähnen dürfen…

Doch wir werden für die Anfahrts-Mühen belohnt. Eine Art kleines Bungalow im Grünen, schön eingerichtet, kuscheliges Bett mit ebenso kuscheligem Duvet (wir kannten unterdessen nur noch Laken und Decken) und last but not least ein Balkon und direkte Sicht auf den darunterliegenden Urwald, das Meer und Dunk Island. Wun-der-bar! 🙂
Am nächsten Morgen erwischen wir äusserst knapp die Fähre (ohne Auto) nach Dunk Island, der Insel, welche wir von unserem Zimmer aus so schön sahen. Dunk Island ist laut Reiseführer die Ulysses Insel. Das war ursprünglich auch der Grund, warum wir sie in unserem Reiseprogrämmli vorsahen. Zwischenzeitlich haben wir zwar schon mehrere Ulysses gesehen, unter anderem gerade heute Morgen direkt vor unserem Bungalowfenster, aber die sind so schön, die sehen wir gerne noch mehr.

Dunk Island ist abgesehen von ein paar Nutzfahrzeugen autofrei. Auf der komplett mit Regenwald bewachsenen Insel hat es neben der Anlegestelle der Fähre und einigen schönen Stränden eigentlich nur ein gediegenes Hotel Resort inkl. Poolanlagen, sowie einen 9-Loch-Golfplatz, Wassersporteinrichtungen am Meer und sogar einen kleinen Airstrip.
Wir machen uns nach einer kleinen Stärkung einmal mehr auf eine Regenwald-Wanderung auf. Sie ist mit gut 4 Stunden Laufzeit beziffert und führt uns über den höchsten Punkt der Insel, den rund 240 Meter hohen Mt. Kootaloo. Die Augen haben wir während der Wanderung primär nach oben gerichtet. Nicht um die verschiedenen Etagen eines Regenwaldes zu analysieren, nein, sondern um die vielen Ulysses zu bestaunen. Von wegen! Auf unserem gesamten Dunk Island Trip sehen wir keinen einzigen müden Flügelschlag des blauen Falters. Da müssen wir uns dann noch bei der Autorin unseres Reisebuches beschweren…

  

Dafür bekommen wir aber gleich zweimal eine äusserst imposante Spinne zu sehen, welche beide Male ihr Netz quer über den Wanderpfad gespannt hat. Die Spinne hat in etwa die Grösse meiner Hand, der Körper ist etwa so Gross wie die vorderen zwei Glieder meines Zeigefingers. Und ihr kennt mich, ich habe nicht gerade kleine Hände… Bei der zweiten Spinne sehe ich gerade zu, wie ihr Marianna ein Festmahl verschafft. Eine Libelle fliegt auf Mariannas Kopf zu, weicht aus und Schwups, hängt sie im Netz der Spinne. Die reagiert sofort, ist blitzschnell zur Stelle und erwürgt/verbeisst/erdrosselt/was-auch-immert die arme Libelle. Ein schaurig faszinierendes Schauspiel.

Beim Lookout auf dem Mt. Kootaloo haben wir noch ein witziges Erlebnis mit einem Ehepaar, welches wir dort antreffen. Sie sind aus Sydney und machen im Insel Resort Ferien. Im Gespräch kommt aus, dass die Schwester des Mannes ein Jahr in Bern gelebt und gearbeitet hat und sein Bruder verbrachte eine Saison in Grindelwald als Skilehrer. So kommt es, dass auch der Mann selbst die Schweiz schon bereiste und bestens kennt. Die Welt ist klein…

Nach unserer zwar schmetterlingsfreien dafür aber spinnengespickten Urwald-Tour erholen wir uns noch am auch nicht eben unangenehmen Strand von Dunk Island, bis uns die Fähre wieder abholt und aufs Festland zurück bringt. Dunk Island war auch ohne Ulysses definitiv einen Besuch wert.

 

Am Abend und vor allem am nächsten Vormittag geniessen wir noch den super Pool in unserem Hotel. Der sieht für einmal in natura noch schöner aus, als auf dem Bild im Prospekt. Und als Tüpfchen aufs i fliegen sogar einige Ulysses herum…

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