Magnetic Island

Samstag, 30.5. bis Montag, 1.6.2009

Die Fahrt von South Mission Beach nach Townsville, der drittgrössten Stadt von Queensland mit ca. 130’000 Einwohnerinnen, verläuft unspektakulär. Zum ersten Mal im Osten fahren wir eine Strecke von über 200 Kilometern und zum ersten Mal übernimmt Marianna für einen Teil das Steuer auf der falschen Seite des Autos.

Townsville durchqueren wir ohne grosses Sight Seeing und navigieren direkt an die Anlegestelle der Sun Ferries, der Fährgesellschaft, welche uns auf die Magnetic Island bringt. Die Insel ist etwas grösser als Dunk Island und liegt direkt vor Townsville. Auch hier genügt eine kurze, 20 minütige Überfahrt, welche kotztechnisch unkritisch ist.

Unsere erste touristische Amtshandlung nach Ankunft auf der Insel und Einquartierung im Appartement-Hotel, ist das Beiwohnen der Kokaburra Fütterung beim Hotel Restaurant. Einen Kokaburra haben wir bereits in El Questro aus relativer Nähe gesichtet. Damals schaffte ich es aber trotz aller Geduld nicht, den Vogel vernünftig zu fotografieren. Der sass einfach eine Ewigkeit auf seinem Ast und wollte seine schönen blauen Federn nicht ausspannen. Nachträglich erfuhren wir dann, dass Kokaburras entgegen ihrem harmlosen Aussehen Raubvögel sind und genau so jagen: sie sitzen auf einem Ast (was sie ewig plus drei Tage tun können) und beobachten die Umgebung, bis sie ihre Beute erspähen und im Stechflug abzischen. Der Stechflug war auch für mich fototechnisch entscheidend: keinen Hauch einer Chance, ihn beim Losfliegen noch zu erwischen.
Hier bei der Fütterung ist das gaaanz anders. Die Kokaburras sitzen bereits ein paar Minuten vor der offiziellen Fütterungszeit auf den Säulen der Restaurant-Laube und lassen einem seelenruhig auf allernächste Nähe an sich ran. So sieht man die schönen blauen Federn sogar, ohne dass sie die Flügel ausgestreckt haben. Gefüttert werden sie mit Steak-Streifen, welche die Vögel offenbar für Schlangen halten. Bevor sie die Fleischstücke nämlich im Schnabel verschwinden lassen, schlagen sie “die Schlange” jeweils wuchtig auf den Boden, wahrscheinlich um sie vermeintlich zu töten.

Am nächsten Morgen, es ist Pfingstsonntag, mieten wir uns ein “Moke”. Das sind so kleine Mini-Autos, welche irgendwann vor langer Zeit einmal produziert wurden. Aufgrund der kleinen Strecken auf Magnetic Island kann man diese hier noch gebrauchen – insbesondere eben auch als Touristenattraktion. Normalgewachsene Menschen wie ich von 1.95 Meter Grösse haben zwei Möglichkeiten, vorne aus einem Moke auf die Strasse zu sehen. Die beiden Bilder zeigen diese zwei Varianten.

Bei der Moke Tagesmiete inbegriffen sind 40 km. Grossartig, nicht…? Aber obwohl das nach viel zu wenig tönt: Berücksichtigt man die Tatsache, dass die fahrbare Gesamtstrecke End-zu-End ca. 12 km misst, werden die 40 km plötzlich wieder durchaus vernünftig. So düsen wir los und lachen den ganzen Weg nach Horseshoe Bay ab dem speziellen Gefährt und dem wahrscheinlich skurrilen Bild, welches wir zwei lange Lulatsche in dem Mini-Teil abgeben. Die 8 Kilometer lange Fahrt schafft das alte Gefährt auf absolut souveräne Art und Weise.
In Horseshoe Bay ist jeden letzten Sonntag im Monat, also heute, Markt. Marianna hat das bereits im Vorfeld irgendwie herausge-sherlocked. Na ja, der Markt entpuppt sich als mehrbesserer kleiner Flohmarkt und so ziehen wir schnell einmal den wunderschönen Strand vor.

Nach diesem Abstecher nach Horseshoe Bay wollen wir auch hier zumindest die kleine, anderthalb stündige Wanderung zu den “Forts” unter die Füsse nehmen. Und wieder einmal hoffen wir, auf dieser Wanderung ein ganz spezielles Tier zu Gesicht zu bekommen. Hier auf Magnetic Island ist es eine Polpulation von gut 200 Koalas, von welcher “mit etwas Glück” zumindest ein paar Einzelne zu sehen sein sollen. Die aufmerksamen Leserinnen erinnern sich: in der Mission Beach Gegend sollten an jedem Waldrand Cassowaries anzutreffen sein – wir trafen keinen einzigen, rochen aber vermutlich immerhin welche. Auf Dunk Island wären es die Ullysses Schmetterline gewesen, welche da in besonders grosser Anzahl herumkurven – wir sahen keinen Zipfel eines blauen Flügels (dafür Spinnen). Nun sind wir auf Magnetic Island, bereits auf dem Rückweg unserer Wanderung, und gesehen haben wir erneut keinen einzigen der knuffligen Kerle. Ich bin während dem Latschen bereits daran, gedanklich einen entsprechenden Kommentar für den vorliegenden Blog-Bericht zu formulieren. So in die Richtung, dass diesmal das Highlight ist, dass uns ein anderer Tourist erzählt, er hätte zwar auch keine Koalas gesehen, aber zumindest welche gerochen (Ist tatsächlich so! Der nette Herr kommt aus Brisbane und kennt anscheinend den Geruch von Koalas…).

Just in dem Moment schlägt Marianna, welche doch eigentlich auf mehr als 5 Meter Distanz ein Blindeli ist, Koala-Alarm. Entsprechend ungläubig gehe ich dem Alarm nach und bemühe mich, meine Adleraugen ebenfalls auf den von Marianna angezeigten Baum zu richten. Und obacht, da sitzt tatsächlich einer der putzigen Pelzknäuel in einer Astgabel. Die Freude ist gross. Zwar haben wir bereits mehrmals Koalas aus nächster Nähe in Zoos gesehen, aber noch nie einen in freier Wildbahn – und das ist irgendwie etwas Besonderes (finden wir). Little Koala, you made our day! Marianna, im Serotonin-Rausch, kriegt den ganzen restlichen Tag das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. 🙂 (Mein eigenes Grinsen wird übrigens später am Abend auch noch einmal angezündet, als es im Restaurant unseres Hotels All-you-can-eat BBQ Buffet mit Salat und Steaks gibt.)

Um 5 Uhr nachmittags müssen wir unsere Moke-Rakete wieder abgeben und fassen für den Abend und nächsten Vormittag einen Daihatsu Flitzer, welcher fast ebenso gut zu mir passt, wie der Moke. Diesmal weniger wegen der Grösse, als wegen der neckischen Farbe: Pink – die Farbe für echte Männer…! (Darum an dieser Stelle auch das Bild mit Marianna.)

Nach dem Frühstück am Montag Morgen entdecken wir so einen Käfer, welcher eigentlich durch seine verblüffende Tarnung fasziniert. Jedoch hat er sich an der Hauswand des Restaurants irgendwie die falsche Umgebung ausgesucht, um seine Tarnung ausspielen zu können… 🙂 Marianna hat ihn jedenfalls sofort erspäht.

Wir verlassen die Magnetic Island am Pfingstmontag mit der 11.10 Uhr Fähre und stellen uns geistig bereits auf unsere zweite “grössere” Fahretappe von über 300 km ein.

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