Windjana N.P. & Tunnel Creek N.P.

Dienstag, 15. Mai bis Donnerstag, 17. Mai

Nach einem Proviant-Refill im Broomer Coles verlassen wir Australiens Westküste und den Indischen Ozean und stechen ins Landesinnere, allgemeine Richtung Osten.

Wir brettern von Broome zuerst nach Derby, um dort noch einmal unsere beiden massgeblichen Tanks – 140 Liter Diesel und 80 Liter Wasser – zu füllen, bevor es auf die Gibb River Road geht. In Derby schauen wir auch noch kurz in den Visitors Center rein, um uns nach allfälligen Besonderheiten in der Kimberly Region zu erkundigen. Aber ich habe den Eindruck, die nette Dame im Pensionsalter weiss nicht wirklich den aktuellen Stand der Dinge.

Also los, raus aus Derby, nach 5 km Blinker links rein und ab auf die Gibb River Road.

Unser Ziel ist der Windjana Gorge Campground, auf welchem wir 2 Nächte bleiben wollen. Auf der abwechslungsreichen, noch weitgehend geteerten Strecke treffen wir allerlei Viechereien. So queren gleich zweimal kurz hintereinander grosse Echsen (Lizards, Mentors, Warans, ???) die Strasse und versuchen Selbstmord zu machen. Ich konnte zwar beiden ausweichen, aber ev. hat eine der beiden jetzt eine plattgewalzte Zunge. Was für eine Echse wohl eher suboptimal wäre – sorry…

Weiter hat es wie überall hier immer mal wieder Kühe neben und auf der Strasse, irgendwo im nirgendwo steht ein Esel am Strassenrand (was macht denn der hier?) und natürlich hat es immer wieder die verschiedensten Vögel, welche zu Ausweichmanövern führen. Marianna sieht auch mal wieder ein Känguru, das nicht plattgewalzt auf der Strasse liegt, sondern herumhüpft.

Der Windjana Campground ist ziemlich voll – deutlich voller, als noch vor 9 Jahren. Aber das haben wir eigentlich erwartet. Neu ist, dass wir uns mit unserem Red Sands Camper in der „Quiet Zone“ einquartieren dürfen, da wir jetzt eine massiv grosse 2. Batterie anstatt eines kleinen Diesel-Generators haben. Neu ist auch, dass im WC-Häuschen der Frosch nicht mehr neben, sondern im WC hockt :-).

Zum Nachtessen haben wir Besuch von Walter dem Falter. Walter scheint unsere feinen Erdbeeren ebenfalls zu mögen. Also bietet ihm Marianna eine an und er tut sich ewig genüsslich daran. Wir befürchten, der arme Walter wird seine Völlerei mit einer Überzuckerung auf dem Rücken beenden.

Nachdem es auch heute wieder um die 30° warm war, wird es in der Nacht mit 11° doch ziemlich empfindlich frisch. Es ist halt Winter…

Am Mittwochmorgen sind wir wie immer bei den allerletzten, die sich aus dem Bett schälen. 7:30 Uhr scheint für den durchschnittlichen Australien-Camper schon fast Mittag zu sein. Die wuseln alle ab Tagesanbruch um 6 Uhr um ihre Campsites herum und wenn wir aufstehen, sind sie schon über alle Berge. Was solls, uns kümmerts nicht, denn wir haben den ganzen Tag Zeit.

Wir wandern zuerst direkt vom Camp durch einen kleinen Felstunnel in die Schlucht und dann bis zum hintersten erlaubten Zipfel. Die Windjana Gorge gefällt und fasziniert uns, obwohl wir sie schon kennen, wieder enorm. Die Farben, die Vegetation, die vielen Falter und Vögel und natürlich die Süsswasserkrokodile, welche entlang des Ufers des Rivers an der Sonne faulenzen. Ganz zuhinterst in der Gorge finde ich, dass die Krokis sicher nicht so weit nach hinten schwimmen und das Wasser hier doch wirklich zum Baden einlädt. Adlerauge Marianna macht mich jedoch auf das grösste bisher von uns gesehene Prachtsexemplar von Krokodil aufmerksam, welches auf einer Steinplatte 5 m im Wasser am Pennen ist. Et bien, sooo dringend brauche ich ja auch wieder nicht ein Bad.

Schlussendlich wird unsere Tour über 10 km lang. – Endlich wieder einmal eine richtige Wanderung.

Am Nachmittag satteln wir doch nochmals das Auto, um auch dem Tunnel Creek National Park einen Besuch abzustatten, der gleich nebenan liegt. Die 30 km Schotterstrasse sind in einer guten halben Stunde geschafft und wir finden einen sehr gut gefüllten Parkplatz sowie offenbar Schulklassen auf Klassenausflug vor. Scheint eine gut bekannte Attraktion zu sein, der Tunnel Creek N.P. Warum heisst das Ding überhaupt Tunnel Creek und nicht Tunnel Cave?

Im wesentlichen geht es hier nämlich um eine grosse Höhle von etwa 700 Meter Länge, welche man durchwandern kann. Die Höhle wird von einem Flüsschen durchflossen, welches man immer wieder durchwaten muss. Es ist aber nie tiefer als bis zu den Oberschenkeln. Wie es sich in einer Höhle gehört, alles in absoluter Dunkelheit, mit unseren Stirnlampen am Hirn. Das Hölengewölbe ist ziemlich imposant, teilweise sicher mehrere Meter hoch, immer wieder hangen Stalaktiten von der Decke und selbst eine Fledermaus flattert uns einmal um die Ohren. Am anderen Ende ist dann auch hier wieder ein schöner Pool im Grünen, in welchem auch gebadet werden könne. Uns hält die grosse Echse, welche wir am Ufer aufscheuchen und die sich dann ins Wasser aus dem Staub macht, von einem Bad ab. Alles in allem ist der Tunnel Creek jetzt nicht der Burner, aber schön und ein Erlebnis allemal.

Also zurück auf den Windjana Gorge Campground für eine zweite kalte Nacht.

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