Kategorie: Reisen

  • Von Qualicum Beach zurück aufs Festland nach Powell River

    Sonntag, 6.7. – Dienstag, 8.7.

    Qualicum Beach

    Sonntag, 6.7.

    Weil es am Morgen nach dem Aufstehen immer noch leicht regnet und alles nass ist, fahren wir von unserem Camping zuerst noch einmal ins Zentrum von Qualicum Beach, um dort in einem Supermarkt-Cafe zu frühstücken.

    Ein Suchsel: auf dem 2. Bild ist Marianna und treibt Unfug…

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    Danach starten wir in Richtung Comox, um dort die 15-Uhr-Fähre zurück aufs Festland nach Powell River zu erwischen. Kurz vor dem Fährterminal fahren wir an einer Tankstelle mit Literpreis CA$ 1.359 vorbei. Das ist die billigste, die wir bis anhin gesehen haben und wir wurden vorgewarnt, dass es auf dem Festland nur noch teurer wird (stimmt aber nicht, stellten wir später auf unserer Reise fest…). Obwohl unser Tank noch halb voll ist, wende ich kurzerhand, um ihn noch einmal kostenoptimiert zu füllen. Und, na ja, kostenoptimiert wäre es tatsächlich gewesen – wenn da beim Wenden nicht auf 3 Metern Höhe (also höher, als das PW-geübte Auge hinguckt) ein paar Äste gewesen wären, welche unserer TV-Antenne im Weg herum hingen. Knack, Peng, und weg ist sie, die Antenne. Das dürfte etwas teurer werden, als die paar Dollars (Loonies), welche wir beim Tanken sparen. Grrrr… Den verbleibenden Stummel der Antenne dichte ich mit dem Boden einer leeren PET-Flasche und reichlich Klebband ab, die Antenne reist ab sofort im Kofferraum mit.

    Dieses kleine, kaum erkennbare, weisse Teil dort unter den Bäumen, das gehört eigentlich nicht dort hin…

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    …und eigentlich auch nicht auf den Picknicktisch…

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    …sondern aufs Dach, wo jetzt aber alles sauber abgeklebt ist:

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    SUVA-konformer Reparatur-Akt Smiley

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    Das Verschiffen und die Überfahrt von Comox auf Vancouver Island nach Powell River auf dem Festland verlaufen gemütlich. Draussen ist alles grau in grau. Wir hoffen, dass die hiesigen Wolken ebenfalls den Wetterbericht gelesen haben und sich in den nächsten Stunden wie vorgesehen verziehen.

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    Powell River

    (Sonntag, 6.7. – Dienstag, 8.7.)
    Nach unserer Überfahrt von Vancouver Island beziehen wir in Powell River einen wunderschönen Platz mit direkter Meersicht auf der Willingdon Beach Campsite. Grossartig… 

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    Wir machen noch einen kurzen, knapp stündigen Walk auf einem superschönen Wanderweg durch den Urwald direkt dem Meer entlang, danach werfen wir einmal mehr den Grill an. Und siehe da, die Wolken halten sich tatsächlich an den Wetterbericht, verziehen sich und machen dem angekündigten Langzeit-Hoch Platz.

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    Diese kleinen putzigen Geschöpfe treffen wir immer wieder: Squirrels (Eichhörnchen):
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    Der Montagmorgen begrüsst uns sommerlich und wolkenlos. Das passt bestens, haben wir doch heute endlich einmal wieder eine etwas längere Wanderung vor.

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    Dazu haben wir uns beim Einchecken auf den Campingplatz im Office eine kopierte einfache Karte mit diversen Trails drauf geschnappt. Also: direkt vom Campground aus geht nördlich der McFall Trail quer durch den Urwald zum Cranberry Lake, von da können wir westlich über ein kurzes Stück Strasse zum Powell Lake queren wo es einen Badestrand hat, dann können wir dort direkt vom Strand auf den Sunshine Coast Trail stechen welcher uns zurück ans Meer führt und schlussendlich geht’s dann nur noch den uns bereits vom Vorabend bekannten Trail dem Meer entlang zurück zur Campsite. Bestens, das sieht easy aus…

    Alles in allem konnten wir die Gesamtrunde dann auch mehr oder weniger so machen. Aber irgendwie scheinen es die Kanadier nicht so mit der Genauigkeit von Karten zu haben. Es fängt schon damit an, dass dort wo der McFall Trail starten sollte, weit und breit überhaupt kein Weg ist. Also nehmen wir dann einfach den erstbesten Weg, welcher in nördlicher Richtung in den Wald führt. Und das ist natürlich nicht der Gesuchte. So durchqueren wir den Wald bis zum Cranberry Lake in einer streckenmaximierten Zickzack-Linie, wobei wir unseren planmässigen Trail meines Erachtens nie gekreuzt haben. Der Cranberry Lake ist dann aber durchaus genau da, wo er sein sollte. Und er ist knallblau und voller Seerosen. Seeehr schön.

    Cranberry Lake:

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    Die Querung zum Powell Lake und zum Badestrand gelingt uns dann einwandfrei Smiley. Wir machen hier eine Pause und baden im See (ja, ich auch!). Ansonsten wird der Strand noch von einigen anderen Badegästen sowie einigen Gruppen Canada Geese bevölkert. Letztere sieht eigentlich mehr aus wie eine Ente, ist jedoch so gross wie eine Gans. Und was sie ganz toll machen können, ist, einen ganzen Strand und eine Badewiese flächendeckend mit Kothaufen zu überziehen. Ein 2 Quadratmeter Plätzchen um sein Badetüechli irgendwo hinzulegen? Vergiss es, das Netz der Goose-Shits ist gnadenlos eng.

    Powell Lake:

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    …und der Goose-Shit-Beach. Nicht sichtbar: die kleinen Scheisserchen…
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    Aber deren Verursacher sind sehr wohl präsent:2014-07-07 Kanada 2014 029

    Gemäss Karte muss nun am Südende des Strandes direkt am Seeufer der Sunshine Coast Trail zu finden sein. Denkste. Da ist kein Weg. Und sooo viel Interpretationsspielraum lässt „direkt am Seeufer“ ja nun wirklich nicht… Also stechen wir in bewährter Manier einfach wieder auf dem ersten verfügbaren Weg in südlicher Richtung in den Wald. Es geht steil bergauf, was uns für einen Trail entlang dem Seeufer eigenartig erscheint. Aber per Zickzack-Kurs gelangen wir nach einer guten halben Stunde auf einen schönen Urwald-Weg in Ufernähe, welcher tatsächlich unser Sunshine Coast Trail zu sein scheint. Vorbei an unzähligen Baumstämmen im Wasser kommen wir zurück an die Pazifikküste, wo wir durch Ignorieren unserer tollen Karte und stattdessen Konsultieren von Bing Maps auf dem Handy auch den Rückweg zum Campground finden. Alles in allem war es eine gut 4 stündige super schöne Tour mit Urwald, Seen und Meer.

    2014-07-07 Kanada 2014 035Einstieg/Aufstieg zum Sunshine Coast Trail – ab in den Urwald…

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  • Pacific Rim National Park

    Ucluelet, Tofino
    Donnerstag, 3.7. – Samstag, 5.7.

    Dieser Bericht vorerst nur in Stichworten – den muss ich noch schreiben…

    Am Donnerstag starten wir unserer erste nennenswert lange Fahrt quer über die Vancouver Insel von Port Alberni nach Ucluelet and der Westküste.
    Unterwegs Stopp am Sproat Lake, Petroglyphes (Felsenzeichnungen) direkt am See.
    Anstrengende kurvige Fahrt.
    Ucluelet Amphitrite Lighthouse.
    Pacific Rim National Park – Long Beach. Surfer.
    Surf Junction Campground zwischen Ucluelet und Tofino.
    Hot Tub auf dem Campground. Smiley
    In der Nacht setzt Regen ein. Am Freitagmorgen regnerisch und alles nass.
    Match BRA-COL (erste 30′) im Barkley Café in Ucluelet geschaut.
    Bear-, Whale-, Seals-, Sea Lion-, Eagle-Watching Bootsfahrt von Ucluelet aus.
    Fahrt nach Tofino, Touristenort (Surfer), feines (und teures!) Znacht im Rest. Schooner.
    Samstagmorgen erneut Brunch und Match NED – CRC im Barkley Cafe.
    Beim Ausparken auf Co-op Parking hinten links einen Stein gerammt Trauriges Smiley.
    Immer noch regnerisch.
    Fahrt zurück an die Nordostküste der Insel via Port Alberni (Sani-Station) nach Qualicum Beach.
    Cedar Grove Campground, alles ist nass.
    Waschen und Grillen, etwas down.

  • Inselquerung und Stamp River Provincial Park

    Dienstag, 1.7. – Mittwoch, 2.7.

    Heute müssen wir sau früh aus den Federn – die Schweiz spielt um 9 Uhr Ortszeit ihren Achtelfinal gegen Argentinien. Für die kanadisch/amerikanischen Medien ist es Messi gegen Shakiri, mit klaren Vorteilen bei Argentinien. Wir schauen das Spiel gemütlich zum Zmorge auf dem Compi und sind etwas traurig, dass die Schweizer trotzdem, dass sie voll mithalten konnten, am Schluss wegen Lichtsteiners einzigem richtigen Fehler in diesem Spiel doch noch verlieren. Henu…

    So verlassen wir halt geknickt und als Loser den Riverbend Campground, füllen im nahegelegenen Parksville unsere Vorräte auf und machen uns auf den Weg quer über die Vancouver Island mit Fernziel Pacific Rim Park an der Westküste.

    Erster Stopp sind die Englishman River Falls, zweiter die Qualicum Falls, wo wir Reiseführer-konform jeweils einen kurzen Walk machen. Beides sehr schöne, sehr kurze und sehr Flipflop-kompatible kleine Rundgänge. Von „Wanderungen“ zu sprechen wäre hier fast schon ein wenig übertrieben. Am Englishman River lässt es sich Marianna nicht nehmen, sich ins etwa -15° kalte Wasser zu stürzen. Tststs…

    Englishman River Falls: die einzigen Touristen mit Wanderschuhen…

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    Auf dem Flipflop-Wanderweg hat es immer wieder Aussichtsplattformen auf den Englishman River und auch Ausruh-Bänkli Smiley

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    Das Wasser unterhalb der Falls ist abgesehen von ein paar kleinen Schäumchen wegen des Falls glasklar. Und schwupps, schon ist sie drin…

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    Etwas später an den Qualicum Falls – ein ähnliches Bild…

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    Für die, welche es nicht selber bemerkt haben; musstdu hier gucken…:

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    Unser Tagesziel ist der Stamp River Provincal Park in der Nähe von Port Alberni, etwa in der Mitte von Vancouver Island. Wir finden den Park und unsere Camp Site nach einer Fahrt über ungeteerte Strasse durch dichten Urwald direkt am Ufer des Stamp River. Fantastisch schön!

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    Und während dem Nachtessen ist es dann zum ersten Mal soweit: Am anderen Flussufer, also ca. 30-40m von uns entfernt, sucht sich auch ein Schwarzbär ein paar leckere Lachse zum Znacht. Zugegeben, ein schwarzer Schwarzbär in der einschwärzenden Dämmerung ist jetzt nicht sooo gut zu sehen, aber – er war da und wir haben ihn gesehen!  Das ist wirklich ein ober-cooler Campingplatz hier, mitten im Urwald und direkt am Fluss. Dass wir während unserem Aufenthalt hier auch noch etliche Weisskopfadler sichten, geht dann ab der Freude über das erste Bear-Sighting fast etwas unter.

    Suchsel: wo ist der Bär?

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    Etwas unterhalb unserer Camp Site sind im Stamp River grössere Stromschnellen und Wasserfälle, welche wir natürlich auch noch studieren gehen. Wir treffen dann dort auf eine „Fish Ladder“-Anlage, also eine „Fisch-Leiter“. Damit wird den Lachsen ermöglicht, die gut 5 Meter hohen Wasserfälle zu überwinden, wenn sie einmal im Jahr den Stamp River zum Laichen hochschwimmen. Bevor diese Anlage gebaut wurde, schafften es offenbar nur ganz wenige, super-starke Lachse, diese Passage zu überwinden. Ich bin mir irgendwie nicht sicher, was ich von dieser Sache halte… die Lachse kamen ja trotzdem auch vorher zurecht und vom Aussterben bedroht waren sie deshalb auch nicht.

    Übersichtstafel der Reise der Lachse im Stamp River

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    Die Wasserfälle, rechts die Fish Ladder

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    Alle Lachse werde gefilmt und live auf einem grossen Monitor dargestellt. Im Moment kam etwa jede Minute ein Lachs vorbei. In der Hochsaison dürfte hier ein ziemliches Gedränge herrschen…

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    Wir brechen nach einem gemütlichen Zmorge an „unserm Fluss“ (leider scheinen die Bären zu unserer Frühstückszeit bereits ihre  Siesta zu halten) nach Port Alberni auf und kaufen uns im dortigen Walmart endlich noch ein paar billige Campingstühle, auf welchen ich hoffentlich nicht mehr nach 30 Sekunden Rückenschmerzen bekomme.
    Danach nehmen wir die kurze Strecke zum nahe gelegenen Macmillan Provincial Park östlich von Port Alberni unter die Räder. Dort wollen wir zuerst eine richtige Wanderung machen und uns danach am Beach des Cameron Lake erholen. Der Trail durch den Cathedral Grove mit seinen gigantischen Douglas Fir Trees (Douglasien, Douglastannen), welche bis zu mehr als 800 Jahre alt sind und teilweise einen Stammumfang von über 9 m haben ist zwar eindrücklich, aber nach 15 Minuten im Schlendertempo auch schon wieder beendet.

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    Henu, dann gehen wir halt etwas früher baden … dachten wir. Denn auch der Abstecher an den Beach des Cameron Lake am Rande des Macmillan Parks bleibt ziemlich kurz, da es insbesondere wegen dem Wind sogar Marianna zu kalt zum Baden ist – und das will ja etwas heissen.

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    So machen wir uns früh auf den Rückweg zum Stamp River, wobei wir unterwegs noch kurz ein Starbucks besuchen, um über das dort obligate WLAN unsere liebsten Songs von Spotify herunterzuladen, damit wir diese nun auch offline verfügbar haben.
    Und – juhee – der Schwarzbär beehrt uns im Verlaufe des Abends auf unserem Campground auch wieder mit einem Besuch am anderen Flussufer.

  • Den Trans Canada Highway Vancouver Islands Ostküste hoch

    Sonntag, 29.6. – Dienstag, 2.7.

    Dank Robbens Unfairness hat Holland Mexiko 2:1 bezwungen und wir verlassen gegen Mittag Malahat und das Ocean View Restaurant und machen uns auf die rund 115 km Weiterfahrt nach Parksville an der Ostküste von Victoria Island.

    Erster Stopp ist in Cowichan Bay, einem kleinen Nest direkt am Meer. Wir nehmen zum ersten Mal richtig wahr, dass es hier am Pazifik einen ziemlich hohen Tidenhub hat. Aktuell ist Ebbe, was sich an den vielen auf Pfählen oder Flossen ins Meer gebauten Häusern sehr schön erkennen lässt.

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    Nur eine kurze Fahrt später machen wir aufgrund Mariannas Vorabklärungen einen zweiten Stopp in Chemainus, ebenfalls einem kleinen Ort direkt am Meer. Chemainus ist bekannt für seine bemalten Hausfassaden. Um von diesen keine zu verpassen und alle schön der Reihe nach ab-spazieren zu können, haben die Chemainusser ihre Malkunst auch noch gerade auf den Boden angewendet und mit Fussspuren den Weg und die Aussichtspunkte gekennzeichnet:

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    Und hier ein paar der vielen Malereien:

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    Ich habe in Chemainus insbesondere wegen meinen nicht bessern wollenden Rückenschmerzen gerade wieder etwas eine Krise und bekomme irgendwie alles nur so halb mit. Zum Glück kann ich jetzt beim Schreiben dieses Berichts 2 Wochen später, dank den Fotos alles nochmal „erleben“… Smiley

    Gegen Abend treffen wir an anserem Ziel in Parksville ein. Eigentlich wollten wir hier wiederum in einem Provincial Park, dem Rathtrevor Provincial Park direkt am Meer, übernachten. Aber wahrscheinlich aufgrund dessen, dass am 1. Juli der Kanadische Nationalfeiertag ist und viele Kanadier ein verlängertes Weekend einschalten, ist dieser Park leider bereits ausgebucht. So bleiben wir halt im Riverbend Resort gleich über der Strasse, wo es schlussendlich auch gar nicht schlecht ist. Zudem haben wir zum ersten Mal „Full Hookup“, also alle 3 Anschlüsse: Frischwasser, Strom und Abwasser. So angeschlossen hat man im Prinzip eine vollwertige kleine Wohnung mit allem Komfort, inkl. Heizung, Klimaanlage, Mikrowelle, Backofen, Herd, Dusche, WC u.a.m. Einzig die Grösse des Platzes und somit auch die Privatsphäre können es definitiv nicht mit einem Provincial Park aufnehmen…

    Unsere Camp Site im Riverbend Resort bei Parksville

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    Am nächsten Morgen, es ist der Montag unserer 2. Ferienwoche, gehen wir direkt von unserer Camp Site aus zu Fuss über den Highway und in den Rathrevor Beach Provincial Park. Wie es sein Name schon suggeriert, zeichnet sich dieser Park primär durch seinen wunderschönen, riesigen Beach aus. Wir erwandern diesen in ein, zwei Stunden (yeah, der Rücken hält Smiley) und machen aber schlussendlich wirklich wie geplant einen Beach Day. Das sieht an einem Ort mit 2 Metern Tidenhub ja nicht ganz so aus, wie wir es uns von Südfrankreich gewohnt sind. Nach dem Mittag ist wiederum Ebbe und das Meer ist ein paar hundert Meter weit draussen. Wir lesen, sünnelen und warten auf die Flut… Diese trifft erst gegen Abend ein und all die Sandburgen und sonstigen Sandkunstwerke werden eins nach dem anderen gnadenlos gefressen. Faszinierend…

    Wandern im Rathrevor Beach Provincial Park:

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    Ebbe… Im Hintergrund ist das Festland zu sehen; inkl. Schneebergen Smiley

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    Unterwegs sehen wir auch unser erstes „wildes“ Tier: einen Bald Eagle (Weisskopfadler):

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    Die Flut kommt…
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    …und nimmt über kurz oder lang alles mit

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    Zum Znacht gibts wieder einmal vom Grill…:

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  • Motorhome fassen und Start auf Vancouver Island und Victoria

    Donnerstag, 26.6. – Freitag, 27.6.

    Wiederum per Taxi, aber diesmal mit einem indischen Fahrer, gelangen wir zur CanaDream Vermietstation, wo wir unser Motorhome fassen. Der indische Herr kennt natürlich die Schweiz und insbesondere das Berner Oberland aus den Bollywood Filmen. Er ist äusserst nett und teilt uns mit, dass er selber zwar Taxifahrer ist, jedoch nie ein Motorhome fahren könnte – dazu sei er zu ungeduldig. Sekunden später erleben wir die Bestätigung dieser Aussage: noch wirkt er völlig friedfertig – bis sich ein anderes Auto erfrecht, so zu fahren, wie es seiner Meinung nach nicht sollte. Da mutiert der nette Inder in Sekundenbruchteilen zur Furie: Fenster runter, Kopf raus und verbale Vollattacke in india-english und in Stadionlautstärke („Motherfucker…“). Wir sitzen peinlich berührt auf den Rücksitzen und starren in unseren Schoss. Aber 5 Sekunden später sitzt glücklicherweise bereits wieder der nette freundliche Inder vor uns… Smiley
    Bei CanaDream erhalten wir dann von mehreren deutschstämmigen Damen unser Zuhause für die nächsten 5 Wochen. So, und das ist nun mal was anderes als unser Toyota Landcruiser, welchen wir während unseren letzten beiden Australienreisen hatten. Hier drin hat es ein grosses Doppelbett, WC, Dusche, Esstisch… und Stauraum für Kleider, Reisetaschen und sonstigen Grümpel. Und die 2.5 Meter Breite und über 10 Meter Länge (32 Fuss) werden ja wohl auch irgendwie zu fahren sein, ohne überall fremde Fahrzeugecken, Flora und Fauna abzumurksen. Etwas ärgerlich ist, dass das Motorhome verschiedene Features wie z.B. eine Sonnenstore oder einen Festwasseranschluss aufweist, welche auf unserem Trip super praktisch wären, die wir aber nicht benutzen dürfen. „Die gehen zu viel kaputt und sind nur für den späteren Verkauf der Fahrzeuge dabei…“. Trauriges Smiley

    Unser Heim für die nächsten gut 5 Wochen (es war noch nicht ganz sauber)
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    Unsere erste „Teststrecke“ führt glücklicherweise nur alles geradeaus über einen Highway nach Tsawwassen zur Station der British Columbia Ferries, wo uns eine Fähre nach Swartz Bay auf Vancouver Island überführt. Die rund 90 minütige Überfahrt verläuft ruhig und gemütlich und bietet super Aussicht auf das Insel-Wirrwarr rund um Vancouver Island.

    Überfahrt mit BC Ferries auf Vancouver Island
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    Auf der Insel steuern wir direkt unseren ersten Campground an, den Goldstream Provincial Park etwas nordwestlich von Victoria, der grössten Stadt auf Vancouver Island und Hauptstadt von British Columbia. Nein, die Hauptstadt von BC ist nicht Vancouver Smiley. Und Victoria ist eigentlich noch zusätzlich speziell, da dieser Zipfel von Vancouver Island südlich des 49. Breitengrades liegt, welcher ansonsten die Grenze zwischen Kanada und den U.S.A. bildet. Victoria ist also quasi bereits auf U.S.A. Breitengraden…
    Auf dem Goldstream Provincial Park sind wir erst einmal angenehm überrascht, wie schön die einzelnen Camp Sites angelegt sind. Dies nicht nur hier, sondern generell in den Provincial Parks von British Columbia, welche alle ähnlich angelegt und ausgestattet sind. Der gesamte Park ist im hiesigen Regenwald angelegt und die einzelnen, grossen Sites (Stellplätze) sind in grosszügigem Abstand zueinander angeordnet.

    Unsere Goldstream Provincial Park Camp Site
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    Und zum Stichwort Regenwald…: Dass es in Kanada riesige Wälder hat, war uns schon vor unserer Reise klar. Zumindest mir selbst war aber vor der Reise nicht bewusst, dass es sich hier in British Columbia im Westen von Kanada um Regenwälder handelt. Kein Vergleich zu unseren mitteleuropäischen Wäldern. Hier ist der Wald wild, grün verwachsen und teilweise undurchdringbar dicht. Das ist schon ein Erlebnis…
    Am Freitag machen wir dann unsere erste Mikro-Wanderung durch den Goldstream Provincial Park. Die Frage ist, ob mein Rücken hält. Dieser plagt mich schon seit längerer Zeit und wurde die letzten paar Monate extra von einem Osteopathen gehätschelt, damit auf unserer Kanadareise alles wieder i.O. sein sollte. Leider hält er nicht… Trauriges Smiley Bereits nach einer halben Stunde muss ich mich hinsetzen und am Abend dann auch Schmerztabletten einwerfen. Bäh, ich bin gerade ziemlich niedergeschlagen und hoffe, dass sich der Rücken durch die Mehrbewegung während unserer Reise echt verbessert. Wir machen unsere kleine Wanderung trotzdem fertig bis zu den Goldstream Falls zuhinterst im Tal und schiessen da auch die ersten „richtigen“ (nicht nur mit dem Handy) Fotos. Es ist schon alles ziemlich grün, hier…

    Goldstream Falls und Touristin
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    Am Samstag müssen wir unsere schöne Camp Site leider verlassen und auf einem privaten Campground nächtigen, da der Goldstream Provincial Park ausgebucht ist. Also fahren wir etwa 10 Kilometer (so schaffen wir unsere geplante Gesamtroute von 3’000 bis 4’000 Kilometer wohl nie… Zwinkerndes Smiley) den Island Highway hoch in Richtung Norden auf einen KOA Campground bei Malahat. Es ist jedoch schon nicht so, dass wir den ganzen Samstag brauchen, um die 10 Kilometer abzuspulen. Vielmehr verbringen wir den Samstag mit der Besichtigung von Victoria, welches immer noch nicht weiter als 15 km entfernt ist. Wir parken unsere 10m-Kiste quer über mehrere Parkfelder auf einem Parkplatz am Victoria Inner Harbor, lösen ein Parkticket für 2 Stunden und schlendern los. Da mein Ischias Nerv immer noch Ärger macht, wird es nur ein relativ kleiner Bummel durch die laut Reiseführer sehenswertesten Strassen rund ums BC Parlamentsgebäude und den Hafen. Sehr viele Blumen und Farben und wie schon in Vancouver schöne Parks und nette Leute. Gefällt uns auch gut, dieses Victoria…

    Wir treffen es mitten ins Victoria Jazz Fest
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    Victoria Chinatown, die älteste von Kanada
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    Beim Hafen hat es einen kleinen Allerlei-Markt, im Hintergrund das Parlamentsgebäude
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    Bei unserer Rückkehr zum Camper haben wir tatsächlich eine Busse hinterm Scheibenwischer. Nicht etwa, weil wir vier Parkfelder belegten und nur eines bezahlten. Nein, sondern ganz simpel weil wir die Parkzeit überzogen haben. Wir bezahlen die Busse ein paar Tage später online mit Kreditkarte. Die sind fortschrittlich, die Kanadier… (ausser beim Kartenzeichnen)

    Zum Abendessen mögen wir nicht auf unserer Camp Site grillieren (das werden wir zu Genüge auf schöneren Camp Sites tun), sondern besuchen das Restaurant „Ocean View“, welches gleich auf der anderen Seite des Island Highways liegt. Hinten auf der Terrasse des Restaurants sehen wir, woher es seinen Namen hat: wir haben einen super schönen Blick über den Saanich nlet und die Squally Reach. Zudem können wir Kolibris zusehen, welche in extra für sie aufgehängten Spezialtränken ihren langen Schnabel zum Trinken in eine Art künstliche Blüten stecken. Da wir im Restaurant auch noch einen TV entdeckt haben, fragen wir beim Verlassen den Beizer, ob wir morgen um 9 Uhr Ortszeit den Match schauen könnten. Wir können und verbinden das am Sonntagmorgen mit einem ausgiebigen amerikanischen Frühstück, bevor wir in Richtung Parksville losfahren.

    Squally Reach (und Kolibri Smiley)
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    Unsere Camp Site im KOA
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  • Vancouver

    Montag, 23.6. bis Donnerstag, 26.6.

    Mit unserer Standard-Fluggesellschaft, der British Airways, fliegen wir am Montag 23.6. in Zürich ab und kommen via London ohne besondere Zwischenfälle am Abend in Vancouver an. Es ist ja schon verrückt, wie bequem und schnell das geht. Ins Hotel Loden in Downtown Vancouver nehmen wir ein Taxi. Der freundliche türkische Taxifahrer fragt uns nach den ersten Worten, ob wir Russen sind. Mal eine neue Einschätzung unseres Schwitzerländ-Inglisch… 🙂 An diesem Abend kriegen wir aber nichts mehr auf die Reihe und gehen früh (vor Mitternacht) schlafen. Den Dienstag, unseren ersten richtigen Ferientag, muss ich dann Marianna leider alleine durch Vancouver ziehen lassen. Ich selber mache unser Hotelzimmer zu einer ADVIS-Aussenstelle und versuche, noch ein paar letzte Arbeiten zu erledigen. Insbesondere steht noch ein für uns riesengrosses Angebot zur Fertigstellung an, zu welchem ich auch ein paar Sätze beisteuern sollte. Am Mittwoch bin ich neben dem Arbeiten dann aber auch dabei, zumindest physisch, um Vancouver etwas zu erkunden. Wir leihen uns zwei der Hotel-Velos aus und machen eine Rundfahrt um den Stanley Park (eine Halbinsel) und quer durch Downtown Vancouver. Das fägt – Velos sind wirklich das ideale Fortbewegungsmittel in einer Stadt wie Vancouver, wo es überall Velowege hat. Das Wetter ist freundlich und warm, so dass wir im Stanley Park sogar etwas am Third Beach liegen können.

    Bilder unserer Veloausfahrt vom Stanley Park:

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    Am Abend radeln wir im Stadtteil Gas Town mitten in das Musik-Fest „Free Music Vancouver, Gastown“. Alle 50-100m sind kleine Zeltbühnen installiert, auf bzw. in welchen lokale Bands kleine Gratiskonzerte geben. Das äusserst bunte und vielfältige Musik-Happening ist wirklich lustig – sofern man sich jeweils die Standorte aussucht, wo man nur von einer Band – und nicht zwei oder drei – beschallt wird…

    Znacht gibt’s im Restaurant „The Old Spaghetti Factory“ in Gastown. Tönt nach etwas ganz Speziellem, ist aber simpel eine Restaurant-Kette mit gutem Essen.

    Links die dampfende Uhr von Gas Town, rechts ein wartender, hungriger Kunde in der Old Spaghetti Factory:

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  • Hong Kong

    Samstag, 6.6. bis Dienstag, 9.6.2009

    Nach einem ruhigen und angenehmen Flug mit Zwischenlandung in Cairns haben wir im Hong Kong Airport nur noch Immigration und den Swine-Flu-Scan zu überstehen und schon sind wir da. Für uns Schweizer Kleinstädter von Anfang an einfach nur zum Staunen, diese Region. Insbesondere weil wir in der Nacht ankommen und die ganzen Hochhäuser mit den farbigen Lichtern und Werbebannern noch eindrücklicher wirken, als tagsüber.

    Von der Schweiz aus wurde für uns im Hotel InterContinental in Kowloon ein Zimmer gebucht. Nach einer etwa 50 minütigen Busfahrt checken wir dort ein. Ein super freundlicher Guest Relation Manager nimmt uns in Empfang und führt uns in ein zwar sehr schönes Zimmer, welches jedoch deutlich kein Nichtraucherzimmer ist. Wir haben uns ja fast nicht dafür (weil das Zimmer wirklich schön und der Manager echt freundlich ist), rümpfen aber trotzdem die Nase. Sofort wird ein anderes (Nichtraucher-) Zimmer für uns gesucht. Weil aber eine ganze Etage zur Renovation geschlossen ist, kann kein verfügbares Zimmer mehr gefunden werden. Auch eine Zimmerkategorie höher nicht. Also kriegen wir ein Zimmer der übernächsten Kategorie angeboten – eine Junior Suite auf der 12. Etage. Wir glätten die Rümpfe aus unseren Nasen und nehmen das Angebot dankend an. Lucky we 🙂

    Am Sonntag treffen wir uns mit einem alten Seeland-Bekannten von Marianna, Pascal Winkelmann. Er lebt und arbeitet seit 4 Jahren in Hongkong. Da unser Hotel in Kowloon auf asiatischem Festland ist, müssen wir zuerst auf Hong Kong Island überschiffen. Zusammen mit seiner Freundin Pinkie holt uns Pascal dann mit dem Auto von der Fähre ab und wir fahren quer über Hong Kong Island nach Stanley, wo es einen Markt hat. Und zwar so einen richtigen kleinen asiatischen Märit – jedenfalls so, wie ich mir einen solchen vorgestellt habe. Wir sind hochgradig vernünftig und kaufen nichts…
    Danach kurven wir weiter nach Shek O, einem Ort im Südosten von Hong Kong Island. Dort hat es einen coolen Beach mit noch cooleren BBQ Plätzen. Direkt am Strand sind da um die 30 einfache Grillplätze mit je einem Tisch und ein paar Bänken eingerichtet. Das Grillgut und die Getränke bringt man selber mit, Grill und Kohle stehen zur Verfügung. Und wie es sich für Hong Kong gehört, ist die Bevölkerungsdichte rund um diese Grillplätze deutlich höher, als wir das kennen… Übrigens: In der Schweiz haben wir eine Bevölkerungsdichte von rund 180 Leuten pro Quadratkilometer. Australien hat deren 2,7. Hier in Hong Kong sind es gut 6’600… So herrscht ein munteres Treiben und Brutzeln in entspannter Atmosphäre und rundherum wird mehr oder weniger laut diskutiert. Wirklich ein tolles Erlebnis.

    Am Abend sind wir rechtzeitig für das French Open Finale mit “unserem” Roger Federer zurück vor dem grossen Flachbildfernseher in unserer Suite. Yeah, Roger. Congratulations!

    Den Montag verbringen wir mit einer kleinen Städtewanderung auf Hong Kong Island. Unter anderem besuchen wir den ältesten Tempel von Hong Kong, fahren auf der längsten zusammenhängenden Rolltreppen-Kette der Welt in die Mid Levels und nehmen das Peak Tram auf einen 550 Meter hohen Hügel und Aussichtspunkt.

    Ich finde es alles in allem recht angenehm, hier in Hong Kong unterwegs zu sein, selbst wenn ich einen Kopf grösser bin, als die restliche Menschenmasse. Einzig die lästigen Anbaggerer in Kowloon, welche einem Massanzüge und falsche Uhren andrehen wollen, nerven gewaltig. Wie sehen die uns bloss an, dass wir Touristen sind…? 😉

    Dienstag, 9. Juni 2009, letzter Tag unserer Reise :-(. Es ist ziemlich verhangen und regnet immer wieder stark. Im Gegensatz zur Schweiz herrschen aber trotzdem Temperaturen von über 30 Grad und so besuchen wir trotz dem Nass von oben die Pool- und Spa-Anlage des Hotels. Im 39° warmen Whirlpool liegend beobachten wir ein Gewitter, welches über unsere Köpfe zieht und dann die ganze Skyline von Hong Kong Island hinter einem grauen Vorhang verschwinden lässt.

    Aktuell ist es drei Uhr nachmittags. Wir geniessen noch etwas unsere Suite und die unterdessen wieder aufgetauchte Aussicht auf Hong Kong Harbour und Island. Um sechs Uhr müssen wir auschecken und dann geht’s via Frankfurt zurück in die Heimat, wo wir bereits morgen Vormittag eintreffen sollten – Zeitverschiebung sei Dank.

  • Don’t sleep and drive (and slow down)!

    Australien ist ein grosses Land.
    Gross sind auch die Strecken, welche mit dem Auto zurückgelegt werden.
    Und gross sind die Strecken, welche zermürbend langweilig geradeaus gehen.
    Gross ist deshalb die Gefahr, unachtsam zu werden oder einzuschlafen.
    Und gross ist die Anzahl der Unfälle, die dadurch entsteht.
    Und gross ist darum auch die Anzahl der Verkehrsschilder, welche das verhindern sollen.
    Und ebenso gross ist die Eindringlichkeit der Hinweise auf diesen Schildern!

    Hier eine kleine Auswahl:

    Und dann noch eines, welches nicht am Rand von Strassen, sondern von Gewässern steht. Man tut gut damit, es zu beachten…
  • Sunshine Coast – Brisbane

    Mittwoch, 3.6. bis Samstag, 6.6.2009

    Unsere letzten paar Tage in Australien, wir sind schon ein wenig traurig…. :-(.

    Wir fahren von Gladstone weiter in Richtung Brisbane und machen einen letzten Zwischenhalt in Noosa Head, einem exklusiven Ferienort an der Sunshine Coast (Küstenabschnitt nördlich von Brisbane). Hier sollen vor allem wohlhabende Brisbaner Ferienwohnungen haben. “Sunshine Coast” – na ja… Wie schon vor sieben Jahren an der Gold Coast südlich von Brisbane, werden wir auch hier mit Wolken und Regen begrüsst. Irgendwie scheint sich die Sonne in der Brisbane Region immer ein wenig vor uns zu verstecken.

    Witzig: auch hier in Noosa Head marschieren einem immer wieder mit strammen Schritten und nickenden Köpfen diese Truthähne vor den Füssen rum. Im Unterschied zu den schon gesehenen haben diese hier noch ein gelbes Halstuch an.

    Am Freitag starten wir trotz bedecktem Himmel ein letztes Mal eine kleine Wanderung bzw. einen Spaziergang in den Noosa National Park. (Ab wann wird ein Spaziergang eigentlich zu einer Wanderung? Wir hatten zwar Wanderschuhe an, der gut ausgebaute Weg war aber eher ein Spazierweg…) Für alle Fälle packen wir trotz Bewölkung auch Badehose und Bikini unten in den Rucksack. Und siehe da, nach einer Viertelstunde schaut die Sonne durch ein gar nicht einmal allzu kleines Loch durch die Wolken. Da wir bis jetzt immer noch an der Küste entlang gehen, reichen diese paar Sonnenstrahlen bereits aus, um uns aus den Wander- in die Badekleider zu scheuchen und an einen Surf Beach zu locken. An diesem verbringen wir dann auch ein paar Stunden und schauen dem Treiben der vielen Surfer zu, welche vor uns in den Wellen spielen. Wir nehmen sogar ein letztes Bad im gut 22° kalten Wasser und verabschieden uns damit vom klaren pazifischen Ozean.
    So wird aus unserem Wandertag halt ein Strandtag. Macht aber nichts, die Wanderschuhe können wir ja auch in der Schweiz weiter amortisieren… 🙂

      

    Im oberen Bild können Adler und andere Scharfseher die Meute von Surfern erkennen, welche sich da tummelt. Alle anderen müssen halt zuerst aufs Bild klicken, um es zu vergrössern.

    Schlussendlich verlassen wir Noosa erst gegen 16 Uhr, um die letzten 150 Kilometer unserer Reise unter die Räder zu nehmen. Im schönsten Feierabendverkehr fahren wir in Brisbane ein und nähern uns mit einem raffinierten “Trial and Error”-Verfahren unserem bereits von der Schweiz aus gebuchten Hotel. Dafür kennen wir jetzt auch das Industriegebiet südlich des Flughafens. 🙂 Brisbane ist übrigens mit über 1.6 Millionen Einwohnerinnen die drittgrösste Stadt in Australien und besteht in der Innenstadt fast nur aus Einbahnstrassen – eine echte Herausforderung!

    Freitag – unser letzter Tag in Down Under. Nachdem wir unser Mietauto abgegeben haben, verbringen wir noch einmal einen gemütlichen Tag in Brisbane. Die Innenstadt kennen wir noch von unserem letzten Besuch ein wenig. Im Gegensatz zu damals ist es heute aber – jippie – sonnig und warm. Das ist schon angenehm, solche Wintertage zu haben… (es ist der 5. Juni, was bei uns von der Jahreszeit her dem 5. Dezember entspricht).

    Nach einem Shopping- und Frühstücks-Bummel quer durch die Fussgängerzone landen wir schliesslich wieder einmal in der South Bank “Badeanstalt”. Wie die Lagoon in Cairns ist das auch hier mehr eine Parkanlage mit integrierter Lagune, inkl. Sandstrand. Letztes Mal vor sieben Jahren latschten wir hier nur im Stechschritt durch den strömenden Regen. Wir stellten aber bereits damals fest, dass es wohl schon noch schön wäre, wenn denn die Sonne scheinen würde. Heute können wir das bestätigen: bei Sonne ist es wirklich zum Aushalten hier… 🙂

    Auf den nebenstehenden Fotos sind die beiden Hauptprotagonisten mit je ihrem Frühstücksteller zu sehen. Fällt jemandem irgend etwas auf…?

     

     

    Und das war’s dann auch schon. Bye bye Australia. Am Samstag fliegen wir pünktlich und problemlos in Richtung Hongkong ab.

  • Magnetic Island

    Samstag, 30.5. bis Montag, 1.6.2009

    Die Fahrt von South Mission Beach nach Townsville, der drittgrössten Stadt von Queensland mit ca. 130’000 Einwohnerinnen, verläuft unspektakulär. Zum ersten Mal im Osten fahren wir eine Strecke von über 200 Kilometern und zum ersten Mal übernimmt Marianna für einen Teil das Steuer auf der falschen Seite des Autos.

    Townsville durchqueren wir ohne grosses Sight Seeing und navigieren direkt an die Anlegestelle der Sun Ferries, der Fährgesellschaft, welche uns auf die Magnetic Island bringt. Die Insel ist etwas grösser als Dunk Island und liegt direkt vor Townsville. Auch hier genügt eine kurze, 20 minütige Überfahrt, welche kotztechnisch unkritisch ist.

    Unsere erste touristische Amtshandlung nach Ankunft auf der Insel und Einquartierung im Appartement-Hotel, ist das Beiwohnen der Kokaburra Fütterung beim Hotel Restaurant. Einen Kokaburra haben wir bereits in El Questro aus relativer Nähe gesichtet. Damals schaffte ich es aber trotz aller Geduld nicht, den Vogel vernünftig zu fotografieren. Der sass einfach eine Ewigkeit auf seinem Ast und wollte seine schönen blauen Federn nicht ausspannen. Nachträglich erfuhren wir dann, dass Kokaburras entgegen ihrem harmlosen Aussehen Raubvögel sind und genau so jagen: sie sitzen auf einem Ast (was sie ewig plus drei Tage tun können) und beobachten die Umgebung, bis sie ihre Beute erspähen und im Stechflug abzischen. Der Stechflug war auch für mich fototechnisch entscheidend: keinen Hauch einer Chance, ihn beim Losfliegen noch zu erwischen.
    Hier bei der Fütterung ist das gaaanz anders. Die Kokaburras sitzen bereits ein paar Minuten vor der offiziellen Fütterungszeit auf den Säulen der Restaurant-Laube und lassen einem seelenruhig auf allernächste Nähe an sich ran. So sieht man die schönen blauen Federn sogar, ohne dass sie die Flügel ausgestreckt haben. Gefüttert werden sie mit Steak-Streifen, welche die Vögel offenbar für Schlangen halten. Bevor sie die Fleischstücke nämlich im Schnabel verschwinden lassen, schlagen sie “die Schlange” jeweils wuchtig auf den Boden, wahrscheinlich um sie vermeintlich zu töten.

    Am nächsten Morgen, es ist Pfingstsonntag, mieten wir uns ein “Moke”. Das sind so kleine Mini-Autos, welche irgendwann vor langer Zeit einmal produziert wurden. Aufgrund der kleinen Strecken auf Magnetic Island kann man diese hier noch gebrauchen – insbesondere eben auch als Touristenattraktion. Normalgewachsene Menschen wie ich von 1.95 Meter Grösse haben zwei Möglichkeiten, vorne aus einem Moke auf die Strasse zu sehen. Die beiden Bilder zeigen diese zwei Varianten.

    Bei der Moke Tagesmiete inbegriffen sind 40 km. Grossartig, nicht…? Aber obwohl das nach viel zu wenig tönt: Berücksichtigt man die Tatsache, dass die fahrbare Gesamtstrecke End-zu-End ca. 12 km misst, werden die 40 km plötzlich wieder durchaus vernünftig. So düsen wir los und lachen den ganzen Weg nach Horseshoe Bay ab dem speziellen Gefährt und dem wahrscheinlich skurrilen Bild, welches wir zwei lange Lulatsche in dem Mini-Teil abgeben. Die 8 Kilometer lange Fahrt schafft das alte Gefährt auf absolut souveräne Art und Weise.
    In Horseshoe Bay ist jeden letzten Sonntag im Monat, also heute, Markt. Marianna hat das bereits im Vorfeld irgendwie herausge-sherlocked. Na ja, der Markt entpuppt sich als mehrbesserer kleiner Flohmarkt und so ziehen wir schnell einmal den wunderschönen Strand vor.

    Nach diesem Abstecher nach Horseshoe Bay wollen wir auch hier zumindest die kleine, anderthalb stündige Wanderung zu den “Forts” unter die Füsse nehmen. Und wieder einmal hoffen wir, auf dieser Wanderung ein ganz spezielles Tier zu Gesicht zu bekommen. Hier auf Magnetic Island ist es eine Polpulation von gut 200 Koalas, von welcher “mit etwas Glück” zumindest ein paar Einzelne zu sehen sein sollen. Die aufmerksamen Leserinnen erinnern sich: in der Mission Beach Gegend sollten an jedem Waldrand Cassowaries anzutreffen sein – wir trafen keinen einzigen, rochen aber vermutlich immerhin welche. Auf Dunk Island wären es die Ullysses Schmetterline gewesen, welche da in besonders grosser Anzahl herumkurven – wir sahen keinen Zipfel eines blauen Flügels (dafür Spinnen). Nun sind wir auf Magnetic Island, bereits auf dem Rückweg unserer Wanderung, und gesehen haben wir erneut keinen einzigen der knuffligen Kerle. Ich bin während dem Latschen bereits daran, gedanklich einen entsprechenden Kommentar für den vorliegenden Blog-Bericht zu formulieren. So in die Richtung, dass diesmal das Highlight ist, dass uns ein anderer Tourist erzählt, er hätte zwar auch keine Koalas gesehen, aber zumindest welche gerochen (Ist tatsächlich so! Der nette Herr kommt aus Brisbane und kennt anscheinend den Geruch von Koalas…).

    Just in dem Moment schlägt Marianna, welche doch eigentlich auf mehr als 5 Meter Distanz ein Blindeli ist, Koala-Alarm. Entsprechend ungläubig gehe ich dem Alarm nach und bemühe mich, meine Adleraugen ebenfalls auf den von Marianna angezeigten Baum zu richten. Und obacht, da sitzt tatsächlich einer der putzigen Pelzknäuel in einer Astgabel. Die Freude ist gross. Zwar haben wir bereits mehrmals Koalas aus nächster Nähe in Zoos gesehen, aber noch nie einen in freier Wildbahn – und das ist irgendwie etwas Besonderes (finden wir). Little Koala, you made our day! Marianna, im Serotonin-Rausch, kriegt den ganzen restlichen Tag das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. 🙂 (Mein eigenes Grinsen wird übrigens später am Abend auch noch einmal angezündet, als es im Restaurant unseres Hotels All-you-can-eat BBQ Buffet mit Salat und Steaks gibt.)

    Um 5 Uhr nachmittags müssen wir unsere Moke-Rakete wieder abgeben und fassen für den Abend und nächsten Vormittag einen Daihatsu Flitzer, welcher fast ebenso gut zu mir passt, wie der Moke. Diesmal weniger wegen der Grösse, als wegen der neckischen Farbe: Pink – die Farbe für echte Männer…! (Darum an dieser Stelle auch das Bild mit Marianna.)

    Nach dem Frühstück am Montag Morgen entdecken wir so einen Käfer, welcher eigentlich durch seine verblüffende Tarnung fasziniert. Jedoch hat er sich an der Hauswand des Restaurants irgendwie die falsche Umgebung ausgesucht, um seine Tarnung ausspielen zu können… 🙂 Marianna hat ihn jedenfalls sofort erspäht.

    Wir verlassen die Magnetic Island am Pfingstmontag mit der 11.10 Uhr Fähre und stellen uns geistig bereits auf unsere zweite “grössere” Fahretappe von über 300 km ein.