Katherine / Nitmiluk N.P. und Bitter Springs / Mataranka

Freitag, 1. Juni bis Sonntag, 3. Juni

Vom El Questro Camp düsen wir 640 km direkt nach Katherine in den Nitmiluk Nationalpark. Beim Überqueren des Pentecost Rivers direkt Ausgangs der Station trauen wir unseren Augen nicht. Da kommt doch tatsächlich ein Tanklaster mit Anhänger durch den Fluss geschnauft. Krasse Sache… Aber schon klar: die kleine Tankstelle und der Stromgenerator brauchen auch ihren Stoff.

Neu ist das letzte Stück Gibb River Road von der Abzweigung ELQ bis zum Victoria Highway bereits geteert. Das war vor 9 Jahren noch nicht, musste dann aber wohl sein, damit die Touristenmassen ohne Probleme nach El Questro kommen.

In Kununurra machen wir nur kurz einen Refill von Tank und Kühlschrank, in Katherine gar keinen Halt. So quartieren wir uns beim Einnachten direkt auf dem Nitmiluk Campground ein. Einnachten heisst hier nach 18 Uhr, denn wir sind nun nicht mehr in Western Australia sondern im Northern Territory. Und da werden die Uhren 1½ Stunden vor gestellt. Wir sind nun also CH + 7½ Std. Während dem Nachtessen hören wir es im nahen Gehölz immer wieder knacken und rascheln, wie wenn da jemand unterwegs wäre. Unsere Ausleucht-Versuche bringen aber nichts zum Vorschein. Am Morgen klärt sich die Sache dann auf. Nach dem Rascheln erscheint ein Känguru aus dem Gebüsch und hüpft zu uns auf den Campground, im Schlepptau ein kleiner Joey, der sich anstrengt, mit seiner Mutter mitzuhalten. Auf der Matte vor unserem Auto grasen sie dann gemütlich, bis es dem Joey zu anstrengend wird und er sich in den Beutel der Mutter zurückzieht und von dort weiter mampft. Später taucht auch noch ein Männchen auf und gesellt sich zu den beiden. Von uns Campern scheinen sie sich überhaupt nicht stören zu lassen…

Vor 9 Jahren machten wir hier eine 10 km Wanderung in die Butterfly Gorge und ich machte auf dem Rückweg mit einem Hungerast schlapp. Also legen wir diesmal noch einen drauf und hängen den Baruwei Loop Walk und je ein Stück des Waleka Walks und des Yambi Walks zusammen und kommen so auf gut 13 km. Die Wanderung wird toll, und weil ich diesmal mein Snickers schon vor dem Eintritt des Hungerasts vertilge, geht alles problemlos. Die Katherine Gorge ist sehenswert, keine Frage, aber bei allem, was wir bereits im Rucksack haben, nicht zuoberst einzuordnen.

Nein, diesmal bin ich fit! Auf diesem Bänkli machte ich letztes Mal schlapp…

Beim Beratschlagen auf dem letzten Streckenabschnitt entschliessen wir uns dann auch, heute direkt nach der Wanderung noch einmal das Auto anzuwerfen und einen kleinen Abstecher Richtung Süden nach Mataranka zu machen. Die 130 km lange Fahrt führt über den Stuart Highway, wir dürften also mit 130 km/h in der Abendsonne durch Regenwald und Buschlandschaft brettern. Das dünkt selbst mich etwas garstig schnell und die vielen platten Kängis auf der Strasse geben mir recht.

Mataranka! Mataranka what?? Diese kleine Siedlung mitten im nirgendwo hat eine Sehenswürdigkeit – die Bitter Springs im winzig kleinen Elsey Nationalpark. Heisse Quellen mitten im Regenwald. Wir qartieren auf dem Bitter Springs Cabins and Camping ein, einem privaten Campground ganz nahe an den Quellen. Der Campground ist einzigartig, jedenfalls die unpowered Sites. Diese sind als einzelne kleine Schneisen in den Regenwald angelegt, womit jede Partei ihr eigenes, kleines grünes Abteil bekommt. Schade, wird es hier in der Nacht komischerweise wieder ziemlich kalt, sonst wär’s noch gemütlicher.

Am Sonntagmorgen kurz den Abwasch vom Vortag erledigen und ab zu den Quellen. Wir sind gespannt… Alle anderen Besucher scheinen sie bereits zu kennen; sie schleppen „Noodles“ oder sogar Schwimmringe und Luftmatratzen mit sich. Der Zugangsweg führt schön angelegt durch den Regenwald und nach 5 Minuten tauchen auch schon die Quellen auf. Die sind noch schwer zu beschreiben: glasklares Wasser, rundherum und auch im Wasser eine üppig grüne Pflanzenwelt, in den Bäumen rundherum die verschiedensten exotischen Vögel und im Wasser auch Fische sowie Schildkröten (welche wir leider nicht sehen). Über einen schön angelegten Einstieg kommt man ins 33° warme Wasser. Da kann man sich dann etwa 200 m weit durch die leichte Strömung heruntertreiben lassen (darum all die Schwimmhilfen: fürs perfekte Chill-Erlebnis), bis man über einen der beiden Ausstiege das Wasser verlässt, wieder nach oben spaziert und den Spass von vorn beginnen lässt. Wir können sogar noch einmal unsere in Coral Bay gekaufte Schnorchelausrüstung einsetzen und sehen auch über Wasser beim Treibenlassen einen schönen Night Heron, der auf einem Ast direkt am Wasser hockt und das Treiben zu überwachen scheint sowie dann sogar noch einen King Fisher. Einziger Wermutstropfen: die vielen Leute. Unsere erste Runde ist noch okay, aber dann ab etwa Mittag nehmen die Leute massiv zu, wodurch auch das Wasser von seiner Klarheit verliert. Trotzdem wirklich empfehlenswert, diese Bitter Springs :-).

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